Beziehungen

... hilfe bei der anwendung des buches "kognitive verhaltenstherapie bei körperdysmorpher störung"

Moderator: Dipl.-Psych. S.Brunhoeber

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nicky20
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Beitrag von nicky20 » Di Mai 12, 2009 2:27 pm

Mache ich. Beim Lesen des Abschnitts "Therapeutisches Vorgehen" auf S. 120 hat es bei mir Klick gemacht! :D :D :D
Hehe! ;)

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nicky20
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Beitrag von nicky20 » So Nov 22, 2009 5:11 pm

Sehr geehrter Herr Brunhoeber,
wie gehts Ihnen? Sie gehen jetzt schon bald in Baby-Pause, oder?

Ich bin mittlerweile ein bisschen weiter gekommen... studiere wieder, gehe manchmal sogar auf Partys... wobei ich immer wieder in typische Situationen komme wie z.B. gestern: Eine Geburtstagsparty einer Kollegin mit etwa 30 Leuten. Ich kannte genau sie, ihre Schwester und von der Jugend her noch eine... im Nachhinein muss ich sagen, dass es Spass gemacht hat. Während der Party aber hatte ich Angst (dass meine Augen aufgrund der Angst blöd flackern könnten, dass ich nicht verbergen kann, dass ich wegen der Angst die Freude an Gesprächen nicht spüren kann, dass ich nicht gut aussehe, dass meine Stimme undeutlich klingt...), und es war sehr sehr anstrengend und ich zählte die Stunden, bis ich wieder gehen könnte.., kam aber trotzdem mit Leuten ins Gespräch... danach fuhren wir wieder nach Hause, etwa eine Stunde lang, und ich sass da mit 5 neu kennen gelernten Leuten in der Bahn... auf einmal aber war ich relaxter... die Augen flackerten nicht mehr, ich war normal drauf, die Gespräche liefen dann gut und endlich konnte auch ich Freude an der Unterhaltung mit diesen Leuten empfinden, die bis jetzt noch anhält... jedenfalls ist es so, dass die Angst immer da ist, aber dabei hilft mir die Therapeutin gut. Ich hoffe diese Angst macht schon noch den Abflug und seit der OP bin ich auch sehr hoffnungsvoll, dass ich mir wegen dem doch sehr veränderbaren Aussehen nichts antun müsste, auch wenns jetzt doch noch stresst, frustriert und auf die Nerven schlägt, bis ich fast zusammenbreche. Ich leide immer noch sehr unter Einsamkeit und manchmal gibts Tage an denen ich nur kurz und oberflächlich mit Leuten spreche, also an denen ich ungefähr 10 Sätze pro Tag spreche bis die Stimme total eingerostet ist und jegliche gesprächige Kreativität verschwunden ist.
Soviel zum jetzigen Stand. Uch muss gestehen dass ich beständig, aber nur äusserst vorsichtig Schritte nach vorne mache und ich mich ständig frage, was ich einer Kollegin überhaupt bieten könnte...
auch die anderen Menschen haben Angst verletzt zu werden. Sie öffnen sich ein bisschen, wenn dann aber keine einladende Geste kommt bzw. die andere Person sich nicht auch ein bisschen öffnet, ziehen diese sich zurück, da sie ja sonst angreifbarer und verletzbarer wären.
Von daher ist es schon wichtig, sich auch zu öffnen. Nicht zu viel, sonst überfordern Sie andere. Beziehungen entwickeln sich Zug um Zug. Erst gibt der eine etwas von sich Preis, dann der andere, so dass ungefähr ein Gleichgewicht herrscht. Kommt es zu einem Ungleichgewicht, kann dies sich häufig beziehungsstörend auswirken.
Zeigen Sie anderen ein bisschen von Ihrer Angst. Dann werden Sie sehen, ob die damit gut umgehen. Und wenn die damit gut umgehen, dann wächst Ihr Vertrauen, die Angst wird weniger. Wenn die schlecht darauf reagieren, dann einfach andere Personen suchen, die damit besser umgehen.

Vielen Dank für diese Tipps.... Meinen Sie, es ist auf diese Art und Weise möglich, neben der spezifischen kogn. Verhaltenstherapie von Ängsten, eine Art von erwachsener "sicherer Bindung" zu erlernen? Dass man sich mit gewissen tollen Leuten auf Nähe einlassen kann? Kann man dieses doch so grundsätzliche Gefühl erlernen, indem man diese (für mich neuen und sich wohl super anfühlende) Arten von zwischenmenschlichen Kontakt kennen lernt?

Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Beitrag von Dipl.-Psych. S.Brunhoeber » Di Nov 24, 2009 6:41 pm

Hallo Nicky,

noch ein paar Tage, dann wird hoffentlich meine Babypause anfangen.
Soviel zum jetzigen Stand. Uch muss gestehen dass ich beständig, aber nur äusserst vorsichtig Schritte nach vorne mache und ich mich ständig frage, was ich einer Kollegin überhaupt bieten könnte...
Fragen Sie sie.
Vielen Dank für diese Tipps.... Meinen Sie, es ist auf diese Art und Weise möglich, neben der spezifischen kogn. Verhaltenstherapie von Ängsten, eine Art von erwachsener "sicherer Bindung" zu erlernen? Dass man sich mit gewissen tollen Leuten auf Nähe einlassen kann? Kann man dieses doch so grundsätzliche Gefühl erlernen, indem man diese (für mich neuen und sich wohl super anfühlende) Arten von zwischenmenschlichen Kontakt kennen lernt?
Klar kann man lernen sich auf Nähe einzulassen. Die Reduktion der Ängste funktioniert ja gerade übers sich auf jemanden einlassen und zu merken, dass man O.K. so ist, wie man ist. Wenn man diese Erfahrung immer und immer wieder macht gewinnt man immer mehr Abstand von alten Erfahrungen und bildet sich auf diese Weise ein neues Bild von sich. Das führt dann zu den veränderten Gefühlen. Die Bindung wird mit jeder positiven Erfahrung sicherer. Natürlich kann es auch wieder negative Erfahrungen geben, aber auch die gehören dazu und widerlegen nicht automatisch die positiven Erfahrungen. Beide Arten Erfahrungen gehören einfach zum Leben. Freundschaften, Partnerschaften sind nicht 100%ig sicher, aber sich nicht auf Beziehungen einlassen bedeutet fast 100%ige Sicherheit, dass es einem dann nicht gut geht.

Um Glück zu erleben muss man auch bereit sein, Schmerzen zuriskieren.

Liebe Grüße

Stefan Brunhoeber
There is only one way of life
and that´s your own.

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nicky20
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Beitrag von nicky20 » Do Nov 26, 2009 11:35 pm

Klar kann man lernen sich auf Nähe einzulassen. Die Reduktion der Ängste funktioniert ja gerade übers sich auf jemanden einlassen und zu merken, dass man O.K. so ist, wie man ist. Wenn man diese Erfahrung immer und immer wieder macht gewinnt man immer mehr Abstand von alten Erfahrungen und bildet sich auf diese Weise ein neues Bild von sich. Das führt dann zu den veränderten Gefühlen. Die Bindung wird mit jeder positiven Erfahrung sicherer.
Das gibt Grund zur Hoffnung... :)
Natürlich kann es auch wieder negative Erfahrungen geben, aber auch die gehören dazu und widerlegen nicht automatisch die positiven Erfahrungen.
interessant, das mal so zu sehen...stimmt ... auch sehr attraktive Leute machen Trennungen durch und nicht jeder ist an ihnen interessiert ... was dann nicht automatisch bedeutet dass der andere "unvertrauenswürdig" war oder man selbst "zu schlecht" wäre... hmmmmmm.......


noch ein paar Tage, dann wird hoffentlich meine Babypause anfangen.
:) :)

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