Dosierung von SSRI

... hilfe bei der anwendung des buches "kognitive verhaltenstherapie bei körperdysmorpher störung"

Moderator: Dipl.-Psych. S.Brunhoeber

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Heinrich
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Dosierung von SSRI

Beitrag von Heinrich » Do Mai 07, 2009 8:44 pm

Herr Brunhoeber, in Kapitel 8.1 schreiben Sie zur Medikation mit SSRI, dass bei KDS eine deutlich höhere Dosis erforderlich ist als bei Depressionen. Diese Dosis sei interindividuell unterschiedlich. Um sicherzustellen, dass eine therapeutische wirksame Dosis erreicht wurde, sollte ein Medikamentenspiegel erhoben werden.

Wie hoch ist ein für Patienten mit KDS therapeutisch wirksamer Medikamentenspiegel bei den aufgeführten Wirkstoffen?

Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Beitrag von Dipl.-Psych. S.Brunhoeber » Fr Mai 08, 2009 6:02 pm

Hallo Heinrich,

es gibt keinen Medikamentenspiegel speziell für KDS. Die wirksame Dosis ist individuell unterschiedlich. Bei manchen reichen schon geringere Dosen, bei anderen braucht es hohe Dosen für eine Besserung. Es gibt einen Wert bei den Medikamenten, der allerdings für Depressionen gilt, nicht für KDS.
Mit der Medikamentenspiegelbestimmung war gemeint, dass man auch jeden Fall vor dem Wechsel eines Medikaments überprüfen soll, ob auch von dem Medikament genug im Gehirn ankommt und nicht vielleicht aufgrund eines schnelleren Stoffwechsels zu schnell abgebaut wird, um wirksam zu sein.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Beitrag von BurningAshes » So Mai 24, 2009 5:11 pm

Hallo Herr Brunhoeber,

In Kapitel 8 (Seite 78) ihres Buches finden sich zwei Tabellen bezüglich Studien und Dosierungen der gängisten SSRIs.

Seit dem Jahr 2000 (18.Lebensjahr) habe ich fast alle erhältlichen Anitdepressiva (SRRI, SNRI, NARI...) über einen Zeitraum von mindestens 4-6 Monaten in hohen Dosen "ausprobiert".

Dem einzigen Medikament dem ich bislang, für mich, eine enorm potente bzw. überhaupt eine possitive Wirkung auf die KDS zuschreiben kann ist Sertraline (Gladem, Zoloft). Die damals eingenommene Dosis deckt sich in etwa mit den in Tabelle 11 angegebenen Werten (100mg morgens und 100mg Gladem abends). Allerdings war in dieser Dosierung eine extreme Dauermüdigkeit und Langschläfrigkeit (bis zu 21 Stunden am Tag) vorhanden so, dass sich andere Ängste gebildet hatten z.B. Angst hinter dem Lenkrad einzuschlafen, Angst wichtige Termine zu verschlafen usw..

Nun meine Fragen:

Sollte man bei Wirksamkeit, trotz dieser Nebenwirkungen an einer Einnahme von SSRI zu Besserung der KDS festhalten?
Empfiehlt sich die Einnahme überhaupt, wenn man auf der einen Seite ein Verbesserung der KDS spürt, aber auf der anderen Seite das Gefühl hat "neue" Ängste zu entwicklen?
Kann man gegen die extreme Schläfrigkeit andere Medikamente einnehmen die diese unterdücken?

Vielen Dank.

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Beitrag von Sternentanz » So Mai 24, 2009 7:21 pm

glaube die Schläfrigkeit ist nur am anfang. grundsätzlich sollte man Medis 4 Monate lang nehmen manche brauchen leider solange.

Ich selbst habe auch schon etliche durch und bin zu dem Nenner gekommen, das es nur eine art Placebo ist. Nur der Glaube versetzt berge. Da gehen die Meinungen aber auseinander, sonst würden die ja nicht verschrieben werden..

Manchmal würde ich auch gerne welche wieder nehmen würde es auch nochmal probieren, aber richtig an den Effekt und an die Hilfe glaube ich bei dem Mittel nicht mehr.

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Beitrag von BurningAshes » So Mai 24, 2009 8:13 pm

Nee, die Schläfigkeit bei SSRI war bei mir durchgehend..... egal ob 5 oder 12 Monate..

Ja, wie gesagt bis auf Sertralin war alles null wirkungsvoll also noch nichtmal Placebo...

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Beitrag von carsten » Mo Mai 25, 2009 7:39 am

hallo ihr da draußen,

sorry, aber dies hier ist ein forum für fragen an herrn brunhoeber zum therapiemanual! jemand stellt eine frage - herr brunhoeber antwortet ( dann kann auch gern weiterdiskutiert werden, aber entweder weiterführende fragen oder der threadstarter selbst "redet" weiter ). das soll hier eine art "expertenrat" werden, was aber nicht funktioniert, wenn einige hier ihre persönliche meinung dazu posten.

bitte zukünftig eigene antworten, meinungen etc. in anderen unterforen posten oder aber via pn mitteilen - danke fürs verständnis!

gruß

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Beitrag von Sternentanz » Mo Mai 25, 2009 9:52 am

öhm Carsten hast du dich vielleicht vertan? Hier ist ein thread über medikamente?? darf man dann irgendwie gar nicht mehr weiterschreiben?

*verstehenurbahnhof*

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Beitrag von carsten » Mo Mai 25, 2009 12:15 pm

hallo sternentanz,

dies hier ist ein unterforum namens "therapiemanual", sprich es bezieht sich auf die anwendung des buches von herrn brunhoeber. man soll damit begleitend an sich arbeiten und kann dazu hier fragen stellen.

der threaderöffner "heinrich" bezieht sich auf ein kapitel und stellt eine frage dazu. herr brunhoeber wird dann darauf antworten. nun kann entweder heinrich detailliertere fragen stellen oder aber andere ( weiterführende) fragen zum verständnis stellen.

beiträge von usern in antwortform, die sich an fragesteller wenden ( mit "ich glaube" beginnen, eigene erfahrungen betreffen etc. ) gehören in andere forenbereiche ( dazu kann man einen neuen thread dort eröffnen ). kurz gesagt: diskutieren bitte in den anderen unterforen, es sei denn, man weiß die antwort DEFINTIV und FACHLICH KORREKT ( z.b. in anlehnung an das manual ).
dieses unterforum wurde für die anwendung des therapiemanuals eröffnet.

danke fürs verständnis!

gruß

carsten

p.s. wenn weitere fragen zum "warum" sind, bitte ins testforum oder via pn an mich.
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Beitrag von Dipl.-Psych. S.Brunhoeber » Mo Mai 25, 2009 6:15 pm

Hallo BurnigAshes,
Sollte man bei Wirksamkeit, trotz dieser Nebenwirkungen an einer Einnahme von SSRI zu Besserung der KDS festhalten?
Das ist eine Abwägungssache. Was ist schlimmer, die Nebenwirkungen und deren Folgen oder die eventuelle Verschlechterung der Symptomatik?

Die Medikamente die Müdigkeit unterdrücken, sind meines Wissens nicht legal.

Bei solch krassen Nebenwirkungen wie Sie die beschreiben, können Sie ja auch nicht mehr richtig am Leben teilnehmen. Hört sich alles sehr suboptimal an. Wissen Sie aus Erfahrung, was passieren würde, wenn Sie die Dosis reduzieren würden? Wie würde sich die KDS-Symptomatik entwickeln? Wie würde sich die Müdigkeit entwickeln?

Grundsätzlich muss man sagen, dass SSRIs ja nicht bei jedem helfen, je nach Studie zwischen 53-73% der Betroffenen. Meist geht damit auch die KDS nur zum Teil zurück. Kognitive Verhaltenstherapie ist bei KDS deutlich wirksamer als die Medikation. Ich weiß nicht ob Sie in diese Richtung schon etwas machen.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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