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Besseres Aussehen führt zu verminderter Beschäftigung damit?
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Autor Nachricht
nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Do Aug 27, 2009 3:38 pm    Titel: Besseres Aussehen führt zu verminderter Beschäftigung damit? Antworten mit Zitat

Sehr geehrter Herr Brunhoeber,
wie gehts Ihnen? Und in welchem Monat ist ihre Frau schon?

Also... ich habe mein Aussehen jetzt soweit verbessert (Nasenop), dass ich glaube jetzt doch recht ok auszusehen... bin noch nicht sicher, noch keine Videoaufnahmen etc..., aber schon jetzt merke ich dass die Sorgen ums Aussehen viel weniger Konzentration in Anspruch nehmen. Kann mich schon ein bisschen besser auf soziale Kontakte konzentrieren und jetzt wirds langsam interessant. Ich glaube ich bin mittlerweile normal hübsch, so wie viele, und wohl nicht hässlich. Und das gefällt mir, mein Ziel ist es normal auszusehen, also schon hübsch, aber nicht jetzt grad herausragend.... Das Ziel ist es nun, dass auch das Herz strahlt... nun ja, ich merke, dass bei mir die Verbesserung des Aussehens dazu führt, dass ich weniger lange und weniger intensiv übers Aussehen nachdenke, vor allem auch weniger verängstigt, und dass ich mich schon jetzt mehr auf Zwischenmenschliches, auf Gesprächsinhalte, Emotionen dabei, aufs Weltgeschehen etc. interessieren kann.
Weil ich einfach schon halbwegs die Sicherheit habe, dass das Aussehen mir keine Probleme bescheren wird.
Im hatte das vor kurzem mal genauer formuliert:
was mich bezüglich dem Aussehen so unsicher macht...
nämlich dass ich vor der OP kein bisschen einschätzen konnte, wie ich aussah... also wirklich... ich lerne jemanden kennen, und habe keine Ahnung wie ich aussehe... also wirklich WIE die Gesichtsformen sind, nicht nur die Wertung darüber, wie schön das jetzt ist. Lerne also Leute kennen und kann nur drüber spekulieren, ob ich jetzt als unattraktiv aussehende Frau bis zu schön aussehender Frau (die ganze Spannweite), mich im Gespräch befinde. Also dass ich kein bisschen einschätzen kann/konnte, WAS JETZT SACHE ist.

Ich glaube, wenn ich relativ (nicht grad extrem) unattraktiv wäre "halt nicht die Schönste", und mir auch das Umfeld sagt: ja siehst nicht sooo gut aus, aber auch nicht schlimm...also ich mag dich und habe dich mega gerne und so..."
...dann hätte ich gewusst woran ich bin, konnte mich selbst bzgl. Aussehen einigermassen einschätzen und dass ich trotzdem so und so ankomme....
ich glaube, noch mehr beschäftigte mich einfach dass ich nicht ansatzweise einschätzen konnte, wie schön (ungefähr) ich aussah.
Da es doch eine Rolle spielt, wenn auch nur als ein Faktor unter einigen mehr, ist es doch gut zu wissen, woran man etwa ist. Sodass man gewisse Erwartungen ausbilden kann, wo man sozial jetzt steht.

ich glaube, dieses Bedürfnis hat jeder, nicht?...
ich mein, jeder möchte ungefähr einschätzen können, wie er
-aussieht
-intelligent er ist
-ob er schnell Freunde findet
-ob er von vielen als sympathisch eingeschätzt wird
-wie leistungsfähig er beruflich ist
-wie gesund er ist
-ob er 1 Euro oder 10'000 Euro auf dem Konto hat
-wieviel Freizeit er hat, und was er gerne macht
-welche Talente er ausüben kann
-wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass er heute überfallen wird

etc.
Das betrifft ja nicht nur das Aussehen, sondern allgemein wollen wir Erwartungen darüber ausbilden können, was im nächsten Moment passiert.

Wenn man nicht ansatzweise weiss, ob man total unter dem Existenzminimum oder wohlbetucht ist... dann macht das doch verrückt, dann weiss man ja nicht mal, wie es morgen mit dem Essen aussieht.

Es ist ja klar, dass wir andere Leute auch versuchen zu schubladisieren. Und zwar, weil wir dann viel schneller, innerhalb Sekunden, einigermassen einschätzen können, was einen im Kontakt mit dieser Person erwarten könnte. Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, andere Personen sekundenschnell einzuschätzen. Das hilft, dass man im Supermarkt an die Kasse gehen kann und ohne die Kassiererin einige Stunden beobachten zu müssen, schon einschätzen kann dass man sich höflich begrüsst, dass sie die Wahre einscannt, den Preis sagt, wir bezahlen und sich gegenseitig höflich einen schönen Abend wünscht. Wir müssen die Kassiererin nichtmal mehr gross anschauen, um zu wissen, dass sie einen nicht körperlich angreifen wird. Und deshalb spart es Zeit und gibt Kontrolle, wenn wir diese Erwartungen ausbilden können. Diese Erwartungen, diese Kontrolle darüber was im nächsten Moment passiert, ermöglicht uns ein Leben zu führen... es ist wohl, wie es der Hirnforscher Grawe sagt, ein psychologisches Grundbedürfnis, und damit was gaaaaaaaaaaaaaaanz normales.

Jo, es macht einfach so irr, und so wahnsinnig Angst, wenn ich keinen Anhaltspunkt über mein Aussehen habe...
Jetzt nach der OP bin ich schlauer und es ist auch besser geworden.
ich habe zwar noch Angst, dass ich vllt doch recht hässlich aussehe, aber irgendwie... frage ich mich, ob das Aussehen für diese Angst noch einen Anhaltspunkt bietet... ich glaube nicht ... bin noch nicht ganz sicher, aber das wird wohl die Zeit zeigen.... Videoaufnahmen, Schnappschüsse, Begegnungen...

Anscheinend (wie mir gestern die Psychologin sagte), ist es normal, gelegentlich ans Aussehen zu denken und dann zu finden: "ah, ja, das Aussehen, das ist doch oki", und nach diesem Sekundenlangen Gedanken nicht mehr aufs Aussehen konzentriert zu sein.
Das würde aber bedeuten, dass "normale" Leute in etwa wissen, wie ihr Aussehen ist......... oder nicht? Und nur deswegen studieren sie nicht länger übers Aussehen nach... weil es ihnen eh schon klar ist, und weil es wie sie zum Schluss gekommen sind (sogar wenn sie hässlich wären), kein potentielles, zu befürchtendes Problem darstellt..... ?

Ich stimme Ihnen zwar zu, dass man mit weniger gutem Aussehen auch Erfolg haben KANN, ich sehe die Verbesserung des Aussehens bei mir als den schnelleren Weg um die Probleme des Aussehens zu erledigen und endlich an andere Probleme (soziale Phobie, ptbs) zu gehen.
Wie kommt es, dass bei mir dieser Lösungsweg anscheinend hilft, bei Leuten mit typischer KDS aber wohl eher, dass die Beschäftigung mit dem Aussehen reduziert wird?
Also am jetzigen Punkt, wo ich denke das Aussehe wird wohl ok sein, wäre es für mich wahrscheinlich schädlich, wenn ich weiterhin nur ans Aussehen denken würde... dann würde ich mich wohl reinsteigern und mich wegen jedem bisschen hässlich finden...
Wenn ich jetzt dagegen viel anderes unternehme, werde ich eh noch attraktiver (Freude, Glück, Strahlen), und das Aussehen ist sowieso dann kein Problem mehr.
Aber wie kommt es, dass ich mich auf anderes konzentrieren kann, sobald ich sicher bin nicht hässlich zu sein, also dass ich mich DURCH Verbesserung des Aussehens von den Sorgen ums Aussehen lösen kann?

Würde ich erst eine KDS entwickeln, wenn ich mich JETZT wo das Aussehen glaub mal ok ist, aufs Aussehen konzentrieren würde und wenn ich es so zur Identität machen würde und viel abhängiger vom Aussehen werden würde? Ich glaub nämlich, das habe ich vorher weniger gemacht, sondern mich aufs Aussehen konzentriert, weils Problem Nummer 1 war, es hätte gerade so gut ein finanzielles Problem sein können, da denkt man ja auch erst so intensiv an Finanzen, wenn man merkt da gibts ein Problem. Während der Problemlösung konzentriert man sich natürlich stark auf das Problem, aber wenn es dann gelöst ist, ist es nicht mehr notwendig...

Vielen Dank fürs Lesen... und einen wunderschönen Tag!
LG, nicky
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Di Sep 01, 2009 12:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nicky,

ich bin noch bis Sonntag im Urlaub, daher erst jetzt meine Antwort, die daher auch eher knapp ausfällt:

Einige KDS-Betroffene erleben nach einer OP ein kurzes Hoch. Von daher gönne ich Ihnen diese bessere Stimmung, aber ich habe die Sorge das es nicht für immer anhalten wird.

KDS hat viel mit Gefühlsregulation zu tun. Wenn man das Gefühl hat etwas unter Kontrolle zu haben/bekommen, dann fühlt sich das gut an. Durch eine OP, durch zurechtmachen, durch das vor den Spiegel stellen kann ich negative Gefühle, zumindest kurzfristig, reduzieren. Manchmal hält diese Gefühlsreugulation nur einige Sekunden, manchmal auch Monate. DAs Problem besteht jedoch darin, dass man im Elternhaus nicht gelernt hat, seine Gefühle richtig zu reguluieren. Um mit einer KDS endgültig klarzukommen muss man daher lernen, eine andere Gefühlsregulation zu erlernen, die unabhängig vom Aussehen ist.

Zitat:
Das würde aber bedeuten, dass "normale" Leute in etwa wissen, wie ihr Aussehen ist......... oder nicht?


Nein. Ich weiß auch nicht wie ich aussehe. Ich bin mir auch nicht immer sicher ob ich jetzt gut aussehe oder durchschnittlich oder sonst was. MIch verunsichert das aber nicht, da ich als Referenz mein soziales Umfeld nehme. So lange ich merke das ich gut ankomme, ist es mir egal wie ich aussehe. Ob ich gerade aus dem Bett komme oder zurechtgemacht bin spielt da keine große Rolle. Andere Menschen sehen ja mehr in mir als mein Äußeres.

Aufgrund der knappen Zeit hoffe ich das ich ungefähr die Fragen getroffen habe

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
_________________
There is only one way of life
and that´s your own.
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Di Sep 01, 2009 3:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Nein. Ich weiß auch nicht wie ich aussehe. Ich bin mir auch nicht immer sicher ob ich jetzt gut aussehe oder durchschnittlich oder sonst was. MIch verunsichert das aber nicht, da ich als Referenz mein soziales Umfeld nehme. So lange ich merke das ich gut ankomme, ist es mir egal wie ich aussehe.


Wenns im sozialen Umfeld stimmt, machen Sie den Rückschluss, dass das Aussehen sicherlich genug gut ist?

Da hätten Sie ja aber schon die Sicherheit, dass Ihr Aussehen grundsätzlich genug gut ist um eine Frau wie Ihre zu haben, um ein Leben zu führen wie Sie es tun...
Das ist doch eine recht reliable Einschätzung Ihres Aussehens? Es ist nicht so, dass Sie keinen Ansatzpunkt haben und total verwirrt darüber sind, ob Sie wegen des Aussehens von Frauen oder sonstigen Leuten abgelehnt werden oder nicht. Sie haben einen starken Anhaltspunkt dafür, dass Ihr Aussehen kein Problem darstellt und daher ganz selbstverständlich die Kontrolle, dass Ihr Aussehen nicht zu Ablehnung führt, sondern Sie als ganze Person gut ankommen.... und daher sind Sie nicht verunsichert...?
Kann man das mal so interpretieren?

Naja, der Punkt, nämlich die Sicherheit dass man gut ankommt, an dem arbeite ich weiter. V.a. kommts wohl darauf an, sich auf Beziehungen einzulassen und zu LERNEN, dass man anscheinend genug gut ist dafür.... ?

Vielen Dank dass Sie sogar während dem Urlaub geantwortet haben.
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Di Sep 01, 2009 3:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

und viel Spass noch Smile
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 7:21 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenns im sozialen Umfeld stimmt, machen Sie den Rückschluss, dass das Aussehen sicherlich genug gut ist?

Da hätten Sie ja aber schon die Sicherheit, dass Ihr Aussehen grundsätzlich genug gut ist um eine Frau wie Ihre zu haben, um ein Leben zu führen wie Sie es tun...
Das ist doch eine recht reliable Einschätzung Ihres Aussehens? Es ist nicht so, dass Sie keinen Ansatzpunkt haben und total verwirrt darüber sind, ob Sie wegen des Aussehens von Frauen oder sonstigen Leuten abgelehnt werden oder nicht. Sie haben einen starken Anhaltspunkt dafür, dass Ihr Aussehen kein Problem darstellt und daher ganz selbstverständlich die Kontrolle, dass Ihr Aussehen nicht zu Ablehnung führt, sondern Sie als ganze Person gut ankommen.... und daher sind Sie nicht verunsichert...?
Kann man das mal so interpretieren?


Und was schließen Sie jetzt draus? Doch eigentlich nur das Sie anfangen müssen Ihre Ängste zu überwinden und sich auf Beziehungen einzulassen. Das wird erst einmal dazu führen, dass Sie verunsicherter sind, dann aber werden Sie mehr und mehr merken, dass die Leute Sie so mögen wie Sie sind. Sie werden keine ausreichende Sicherheit dadurch bekommen, dass Sie vorher sicher sind, dass ihr Aussehen auch passt. Meine Erfahrung bei meinen Patienten ist das sie durch die Beziehungen zu ihren Mitpatienten (im stationären Setting) diese Erfahrungen machen können. Sie lassen sich auf Beziehungen ein und sind erst einmal verwundert, dass andere Menschen sie mögen können. Sie selber können das erst einmal nicht nachvollziehen und es dauert einige Wochen dies auch wirklich zu glauben. Und wenn man dann diese Erfahrung gemacht hat (vor allem auch ohne Sicherheitsverhaltensweisen), dann fängt man an, in sich Vertrauen zu haben, dass an einem was sein muss, was ganz O.K. ist. Dann wird auch das Aussehen weniger wichtig.
Es ist doch so: Sobald Leute mit einem Kontakt aufnehmen und sich für einen interessieren kann man ja davon ausgehen, dass man so wie man aussieht O.K. für diese Person ist. Warum sollte die Person ansonsten sich für einen Interessieren (es sei denn Sie sind sehr reich, mächtig, berühmt usw., in diesem Fall wollen andere Personen oft ihren Vorteil daraus schlagen).

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Zuletzt bearbeitet von Dipl.-Psych. S.Brunhoeber am So Sep 06, 2009 5:08 pm, insgesamt ein Mal bearbeitet
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Disperato
alter Hase


Anmeldungsdatum: 25.06.2007
Beiträge: 6738

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 9:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Brunhoeber

ich finde diesen Ansatz sehr interessant und habe eine Frage darüber

Was sie meinen, nennt man doch auch eine selbsterfüllende Prophezeihung, verstehe ich das richtig?

Falls das, wie sie es beschreiben, umgekehrt funktioniert (negative Reaktionen->negative Selbsteinschätzung) ist es dann angebracht, sich zu isolieren, zumindest für einige Zeit?
In dem Fall wäre man doch teilweise von der negativen Selbsteinschätzung befreit; und hat die Möglichkeit, z.B einen Makel selbst neu zu beurteilen, unabhängig von (wenn auch nur eingebildeten) Reaktionen anderer.

Ich würde mich über eine Antwort freuen
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Mahasthamaprapta
alter Hase


Anmeldungsdatum: 09.02.2007
Beiträge: 6006

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 12:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Sobald Leute mit einem Kontakt aufnehmen und sich für einen interessieren kann man ja davon ausgehen, dass man so wie man aussieht O.K. für diese Person ist.


Ich empfehle zu diesem Zwecke auch aus Mitteleuropa wegzuziehen, weil die allgemeine Mentalität hier genau zu diesem Verhalten entgegengesetzt steht.
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 3:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich schliesse daraus, dass man durch Beziehungen die Sicherheit bekommt, dass auch das Aussehen kein Problem ist. Und dass erst durch die Sicherheit dass das Aussehen wohl ok sein muss, das Aussehen weniger wichtig wird.

Beziehungen--->"Aussehen ist dementsprechend wohl ok"--->also kein Problem sondern Sicherheit---->also Konzentration auf anderes

Also konzentriert man sich nicht mehr aufs Aussehen, weil man weiss dass es wohl doch kein Problem ist.
Demzufolge ist es sinnvoll, zuerst zu merken dass das Aussehen kein Problem darstellt (durch Beziehungen, Video und Spiegel), und die Beschäftigung damit nimmt dadurch ganz von selbst ab? Bei mir trifft dieser Prozess jedenfalls genau so zu, aber es ist mir ja gar nicht klar ob ich KDS habe und ob es so auch bei KDS abläuft..... ?

Zitat:
Sie lassen sich auf Beziehungen ein und sind erst einmal verwundert, dass andere Menschen sie mögen können. Sie selber können das erst einmal nicht nachvollziehen und es dauert einige Wochen dies auch wirklich zu glauben. Und wenn man dann diese Erfahrung gemacht hat (vor allem auch ohne Sicherheitsverhaltensweisen), dann fängt man an, in sich Vertrauen zu haben, dass an einem was sein muss, was ganz O.K. ist. Dann wird auch das Aussehen weniger wichtig.
Es ist doch so: Sobald Leute mit einem Kontakt aufnehmen und sich für einen interessieren kann man ja davon ausgehen, dass man so wie man aussieht O.K. für diese Person ist.

Hehe, oh ja, können Sie sich vorstellen wie verwundert ich auch immer wieder bin, dass mich gewisse Leute mögen..... Very Happy ich glaub ähnlich verwundert ist ein Hauptschüler, wenn er plötzlich merkt dass er hochbegabt ist und Richtigung Studium gehen kann....

Zitat:
Es ist doch so: Sobald Leute mit einem Kontakt aufnehmen und sich für einen interessieren kann man ja davon ausgehen, dass man so wie man aussieht O.K. für diese Person ist.

Genau diese Sicherheit meinte ich. Wenn man die mal hat, nimmt die Beschäftigung mit dem Aussehen doch sowieso automatisch ab? Da ja kein Grund besteht, sich mit der Lösung eines sich als nicht existent herausgestellten Problems zu beschäftigen.

Für mich war in Ihrer Vorgehensweise bislang der Haken, dass ich genau wusste: das Problem ist, dass ich nicht weiss ob das Aussehen ein Problem ist.... sobald ich weiss dass es keins ist, konzentriere ich mich ja von selbst nicht mehr darauf......... irgendwie ist es in Ihrer Vorgehensweise eher so herübergekommen, dass ich die Beschäftigung mit dem Aussehen zuerst sein lassen soll und sich das Problem mit dem Aussehen damit löst. Das wäre ja gerade die umgekehrte Kausalität und der entsprechende Lösungsansatz, trifft das eher bei KDS zu?
bei mir: Sicherheit dass das Aussehen ok ist führt zu geringer Beschäftigung mit dem Aussehen und Konzentration auf andere Aspekte

bei KDS: Geringere Beschäftigung mit dem Aussehen führt dazu, dass man das Aussehen nicht mehr als extrem wichtig einstuft und andere Aspekte im Leben wahrnimmt und andere Gefühlsregulationen erlernen könnte und dass man damit die Sicherheit gewinnt, dass das Aussehen kein Problem ist?
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 3:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Um den Faktor Beziehungen noch hineinzunehmen:

bei mir: Beziehungen, Spiegel, Video und OP ---> Sicherheit dass das Aussehen ok ist führt zu geringer Beschäftigung mit dem Aussehen und Konzentration auf andere Aspekte

bei KDS: Geringere Beschäftigung mit dem Aussehen und Beziehungen führen dazu, dass man das Aussehen nicht mehr als extrem wichtig einstuft und andere Aspekte im Leben wahrnimmt und andere Gefühlsregulationen erlernen könnte und dass man damit die Sicherheit gewinnt, dass das Aussehen kein Problem ist?
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 4:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

der Unterschied, dass das Problem mit dem Aussehen bei mir kausal anders lösbar ist, besteht wohl darin, dass ich nicht alle Probleme aufs Aussehen attribuere, dass ich andere Gefühlsregulationen kenne und noch entwickle und meine Identität nicht so extrem nur auf dem Aussehen basiert............. bei KDS würde dieser im Modell braun angestrichene Punkt den ersteren Lösungweg wohl verunglimpfen, sodass anders vorgegangen werden muss?
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 5:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ist es möglich, dass bei KDS deswegen anders angegangen wird?:



Kanns sein, dass "braunes" Feld es verhindert, dass man mit KDS zu einer Sicherheit gelangt, und dass daher zuerst u.a. die Beschäftigung mit dem Aussehen verringert werden sollte, halt so wie Sie es im Manual beschreiben?
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: So Sep 06, 2009 12:54 am    Titel: Antworten mit Zitat

Schade gibts hier keine Edit-Funktion... mir ist jetzt klar, was der Punkt ist den ich schon seit längerem spürte...

Ich gehe davon aus, dass der linke Prozess bei KDS blockiert ist.

Im Therapiemanual setzen Sie darauf, dass das "braune" Feld den Prozess nicht mehr blockiert.

Wenn dann auch noch Beziehungen gestärkt werden, worauf Sie auch setzen, erlaubt das eine reliable Einschätzung des Aussehen (zuverlässiger als nur durch Fotos, wie Sie betonen), und dann kommt der linke Prozess ganz automatisch in Gang.

Das Modell links würde erklären, warum Menschen übers Aussehen verunsichert sein können und es sich doch bei vielen automatisch löst, und warum es Leute gibt die sich operieren lassen und danach keine Probleme mit dem Aussehen mehr haben. Bei ihnen wäre dann der Prozess nicht blockiert gewesen, wie bei KDS. Also bei ihnen wäre der Punkt Beziehungen und die Attribution aufs Aussehen, die Identität die auf dem Aussehen beruht etc, nicht so ausgeprägt gewesen, dass es den Prozess der Aussehensakzeptanz behindert hätte.

/Hypothese beendet/ Twisted Evil Smile
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
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BeitragVerfasst am: So Sep 06, 2009 2:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: So Sep 06, 2009 5:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Disperato,

Zitat:
Was sie meinen, nennt man doch auch eine selbsterfüllende Prophezeihung, verstehe ich das richtig?


Eine selbsterfüllende Prophezeiung ist das nicht. Eine selbsterfüllende Prophezeiung sähe z.B. so aus: „Ich denke ich bin zu hässlich, daher macht es gar keinen Sinn sich in Gespräche einzubringen, da diese mich ja eh nicht mögen werden. Dadurch das man sich dann für andere wenig attraktiv (da schlechter Interaktionspartner) verhält, finden die anderen einen tatsächlich komisch und halten Distanz.“ Oder „ So wie ich aussehe wird mich mein Partner ja eh verlassen, da jemand hübscheres vorbei kommt. Aufgrund dieser Prophezeiung verhält man sich in der Beziehung zurückhaltend, investiert wenig usw., so dass die andere Person irgendwann keine positive Entwicklung in der Beziehung sieht und sich aus diesen Gründen trennt.“

Was ich meine ist eher: „Da ich mich nicht ausreichend gut aussehend finde, habe ich anderen nichts zu bieten. Daher ziehe ich mich in sozialen Beziehungen eher zurück bzw. vermeide diese. Indem ich Beziehungen meide, ist es mir aber überhaupt nicht mehr möglich von jemandem das Feedback zu bekommen, was mich als Person ausmacht. Dadurch das das Feedback ausbleibt werde ich immer unsicherer, da ich überhaupt nicht mehr weiß wie ich auf andere wirke und was ich diesen zu bieten hätte. Ich kann gar nicht mehr erfahren, was außerhalb meines Aussehens für andere von Wert sein könnte. Diese Erfahrungen können die Patienten in einer Klinik/Gruppentherapie sehr gut machen, da sie wieder Feedback bekommen und sich wieder besser einschätzen lernen. Dadurch werden sie wieder sicherer und können sich als ganzen Menschen annehmen.


Hallo Nicky,

Zitat:
Also konzentriert man sich nicht mehr aufs Aussehen, weil man weiss dass es wohl doch kein Problem ist.
Demzufolge ist es sinnvoll, zuerst zu merken dass das Aussehen kein Problem darstellt (durch Beziehungen, Video und Spiegel), und die Beschäftigung damit nimmt dadurch ganz von selbst ab?


Ich glaube Sie haben mich falsch verstanden – wenn sie zuerst versuchen sich darüber klar zu werden ob Ihr Aussehen O.K. ist, werden Sie keine Sicherheit bekommen. Das ist die KDS-Spirale. Ich meine es anders herum – Weglassen von Sicherheitsverhaltensweisen + sich aussetzen sozialer Kontakte führt wieder dazu das man zu der Einschätzung kommt, dass man mehr zu bieten hat als das Aussehen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einem Zustand aus dem Haus, in dem Sie Ihr Aussehen völlig inakzeptabel finden und treffen sich dann mit irgendwelchen Leuten. Sie merken dann, dass diese Sie nicht ablehnen und sogar mögen. Das lässt ja nur den Schluss zu, dass es scheinbar nicht das Äußere sein kann, was die anderen an einem mögen. Es muss also irgend etwas anderes der eigenen Person sein. Indem man sich dann auf die Suche macht, warum die anderen gerne mit einem zusammen sind, kann man wieder die anderen Aspekte seiner Person wahrnehmen. Wenn ich dann weiß was ich einer Person außerhalb meines Äußeren zu bieten habe, macht mich das sicherer, mit der Zeit bekommt das Aussehen einen immer geringeren Stellenwert.

Wenn Sie sich erst dann mit anderen Menschen annähern können, wenn Sie sicher sind, dass ihr Aussehen O.K. ist bleiben Sie von Ihrem Aussehen abhängig, da ja dann sozialer Kontakt immer mit einer Bedingung verknüpft ist (ausreichend gutes Aussehen). Um das dann herzustellen muss man sich wieder mit seinem Aussehen beschäftigen ...Wenn ich mich nur dann meiner Umwelt aussetze, wenn ich mein Aussehen O.K. finde, kann ich ja nie mehr die Erfahrung machen, ob ich nicht auch O.K. bin wenn ich mal nicht so gut aussehe (z.B. ein paar mehr Pickel, Müdigkeit, Krankheit usw.). Erst wenn man sich auch dann seiner Umwelt aussetzt wenn man sich unzureichend findet, wird man grundlegende und nicht bedingte Sicherheit erhalten.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: So Sep 06, 2009 10:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ich glaube, ich habe auf einen anderen Effekt fokussiert, als auf denjenigen, den Sie gerade beschreiben...meinten Sie das neu eingezeichnete?

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