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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Fr März 20, 2009 2:14 pm    Titel: Danke Antworten mit Zitat

Sehr geehrter Herr Brunhoeber

Ich möchte Ihnen herzlich danken für dieses Therapiemanual. Es ist auf herzerwärmend verständnisvolle und würdebewahrende Art geschrieben!!!!!! Smile Danke! Und Gratulation!

Irgendwie lustig finde ich, dass bei KDS Antipsychotika anscheinend tatsächlich nicht wirken und dies gegen einen Wahn aus dem Schizophrenen Formenkreis spricht!! Wink Und den Abschnitt über die Therapeutische Beziehung... Smile. Besonders interessant bei erstem Überfliegen dünkt mich auch die Beschreibung der Schutzfunktion; wie Ängste im Gegensatz zu Schamgefühlen habituieren; das Kapitel Schwäche zeigen- stark werden...

Lg, nicky
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Sa März 21, 2009 8:56 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nicky,

vielen Dank für die nette Kritik. Ich hoffe das Buch enthält Wissenswertes für Sie, was Ihnen weiterhilft sich besser zu verstehen und Ihre KDS zu überwinden. Wenn Sie Verständnisfragen, Anwendungsfragen oder vertiefende Fragen haben, würde ich mich freuen, wenn Sie die hier stellen. Ich versuche sie dann so gut wie möglich zu beantworten.

LG

Stefan Brunhoeber
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Mo März 23, 2009 9:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr geehrter Herr Brunhoeber

Sie haben geschrieben, dass beim Gedanken an das Aussehen oder bei der Konfrontation mit dem Aussehen oftmals traumatische Erinnerungen auftauchen. Dazu habe ich eine Frage zur Anwendung...

Hintergrund:
Bei mir war es bisher, das Problem mit dem Lachen, so, dass ich meine Gesichtsmuskelaktivität eines verzweifelten Schreis als ein anatomisch definitiv so aussehendes Lachen interpretiert hatte.
Dementsprechend war ich aufgrund dieser Fehlinterpretation tatsächlich viele Jahre lang ohnmächtig dem Aussehen gegenüber. Dass ich mein Lachen hässlich fand, war ansich also lediglich eine Fehlinterpretation mit grossen Folgen.

Jetzt, wo dies weg ist, habe ich aber noch eine KDS ...
Wenn ich ans Aussehen denke, kann ich nicht mit dem Aussehen umgehen wie untraumatisierte Leute (es subjektiv als in Ordnung und daher unwichtig finden, oder es verändern)
Wenn ich ans Aussehen denke, kommen wie Sie im Buch angetönt haben, traumatische Erinnerungen und schlimme Gefühle auf.

Genauer gesagt sind es zwei Arten von traumatischen Erinnerungen:
-Von allen Leuten wie Dreck behandelt zu werden, von der Klasse gedemütigt zu werden und der Mutter genug gut zum Misshandeln zu sein, sodass ich mich wertlos, ungenügend und hässlich, nicht würdig zu existieren, fühlte.
-Durch die Fehlinterpretation bzgl. Aussehen beim Lachen mich jahrelang absolut ohnmächtig dem Aussehen gegenüber zu fühlen und durch Hoffnungslosigkeit mein Leben in Gefahr zu sehen.

Jetzt möchte ich mich davor schützen. Damit dies nie, nie, nie mehr passiert.
Ich könnte mich operieren lassen, sodass ich nie mehr auch nur glauben könnte, ich wäre hässlich und müsste aus Hoffnungslosigkeit mein Leben beenden.

Dies nochmals zu erleben (Jahrelange Ohnmacht bzgl. Aussehen des Lachens, und die Gefühle der Wertlosigkeit und Hässlichkeit während Mobbing) sind die beiden Ängste, wenn ich ans Aussehen denke. Und diese beiden Ängste sind enorm, gepaart damit, dass die damalige Ohnmacht und Verletzung der Persönlichkeit automatisch auftritt.
Die hindern mich, "normal" mit dem Aussehen umzugehen und mich bzgl. Aussehen in Sicherheit zu fühlen.

Das waren Hintergrundinfos. Die genaue Frage ist:


Welche Strategien helfen während der Konfrontation mit dem Aussehen, die Gefühle des Gedemütigt werdens sowie die Gefühle der absoluten Ohnmacht gegenüber dem Aussehen, in Richtung Sicherheit zu verändern?

Als Ziel finde ich: das Aussehen in Ordnung und unwichtig zu finden, oder handlungsfähig sein, um es zu verändern, sodass es dann für mich in Ordnung und unwichtig wird. Und zwar alles aus einem Sicherheitsgefühl heraus. Das wäre normal und gesund, oder?
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Di März 24, 2009 10:26 am    Titel: Antworten mit Zitat

Oops, schade dass man hier nicht den Text bearbeiten kann. Also die Antwort auf die Frage, wie man Schamgefühle die beim Gedanken ans Aussehen kommen, ändern kann, habe ich im Buch gefunden. Kapitel Funktionale Aspekte der KDS, wie man versucht durch Verbesserung des Aussehen sich zu schützen vor Verletzungen, und warum das nicht klappt und was besser helfen würde.
Danke! Wink

Könnte ich bei der EMDR-angelehnten Art, schambezogene Kognitionen zu bearbeiten (S. 140) etwa so vorgehen? Also ist es so gedacht?:

Schritt 5 wäre für mich in etwa, anstatt zu denken ich wäre zu demütigen gut, könnte ich spüren, dass niemand hätte die Grenzen überschreiten dürfen, dass ich eigentlich ein süsses Mädchen war und dass ich mich jetzt auch wehren könnte.
Dieser neue Eindruck sowie die Fähigkeit sich jetzt wehren zu können ist wohl wirklich ein besserer Schutz, als das Aussehen makellos perfekt haben zu müssen. Smile

Die zweite Hälfte der Frage ist noch offen: wie ist es möglich, automatische Ohnmachtsgefühle und Ängste vor Ohnmachtsgefühlen zu ändern, welche bei der Konfrontation mit dem Aussehen auftreten?

Hehe, der Abschnitt "Entwicklung realistischer Ziele" auf Seite 137 erklärt, meiner Meinung voll logisch einleuchtend, wie man sich selbst nicht mehr beschämen muss. Danke. Smile
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Di März 24, 2009 8:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nicky,

jetzt habe ich meine Antwort bereits auf Ihren ersten Beitrag geschrieben und habe erst dann Ihren zweiten Beitrag gelesen. Ich schicke trotzdem die Antwort auf den ersten Beitrag, vielleicht kann ja der ein oder andere der hier mitliest dies für sich gebrauchen:

Zitat:
Genauer gesagt sind es zwei Arten von traumatischen Erinnerungen:
-Von allen Leuten wie Dreck behandelt zu werden, von der Klasse gedemütigt zu werden und der Mutter genug gut zum Misshandeln zu sein, sodass ich mich wertlos, ungenügend und hässlich, nicht würdig zu existieren, fühlte.
-Durch die Fehlinterpretation bzgl. Aussehen beim Lachen mich jahrelang absolut ohnmächtig dem Aussehen gegenüber zu fühlen und durch Hoffnungslosigkeit mein Leben in Gefahr zu sehen.


Hier ist es erst einmal wichtig herauszufinden, was Sie genau an diesen Erinnerungen belastet. Wichtig ist hierbei nicht zu überlegen, was Sie früher belastet hat, sondern was diese Erinnerungen heute noch belastend macht.

Hier sollten Sie genauer darüber nachdenken.

Ich könnte mir folgende belastende Gedanken vorstellen:

- Ich bin heute immer noch nicht in der Lage mich zu wehren. Wenn ich in eine ähnliche Situation nochmals kommen würde, hätte ich nichts entgegenzusetzen.

- So wie ich bin, bin ich nicht liebenswert und wertlos. Daher darf man mich schlecht behandeln.

gibt es noch weitere?

Zitat:
Jetzt möchte ich mich davor schützen. Damit dies nie, nie, nie mehr passiert.
Ich könnte mich operieren lassen, sodass ich nie mehr auch nur glauben könnte, ich wäre hässlich und müsste aus Hoffnungslosigkeit mein Leben beenden.


Das was Sie bisher probiert haben ist sich auf eine passive Weise zu schützen. Sie haben probiert, anderen keine Angriffsfläche zu geben. Das führt jedoch zu keiner richtigen Sicherheit, da man zum einen ständig kontrollieren muss ob alles OK ist und der kleinste Makel kann wieder Unsicherheit verursachen.

Richtige Sicherheit gewinnen Sie alleine dadurch, indem Sie lernen sich gegen Angriffe zur Wehr zu setzen. Ich mache immer das Beispiel mit einer Katze: Eine Katze die man anfassen will und die einen richtig kratzt, bei der überlegt man sich zweimal ob man sie nochmals anfasst. Eine Katze die sich alles gefallen lässt, kann man ohne Angst auch mal grober anfassen.

Um jetzt mit den traumatischen Erlebnissen besser umgehen zu lernen, geht es also jetzt darum zu lernen, sich aktiv zu schützen, um sich wieder so sicher fühlen zu können. Dann braucht man auch kein perfektes Aussehen mehr, da man ja mit Angriffen umgehen kann.

Auf zwei Ebenen kann man lernen, sich zu wehren: Verbal und körperlich. Also muss man einen verbalen und einen körperlichen Selbstverteidigungskurs machen.

Sie denken bisher in Vermeidungskategorien. „Ich muss alles tun, damit ich ja nicht angegriffen werde.“ „Ich darf ja keine Schwäche zeigen.“ Wichtig wäre zu beginnen, in Lösungskategorien zu denken. „Was hilft mir mich richtig sicher zu fühlen.“ Sie denken bisher: „Was hilft mir um mich möglichst wenig unsicher zu fühlen.“ Das Denken geht ja in zwei ganz verschiedene Richtungen.

Wichtig ist das Verhalten Ihrer Mutter zu hinterfragen:

- Warum hat meine Mutter mich so behandelt? Was ist in deren Leben so scheiße gelaufen, dass Sie Schwierigkeiten hatte mit mir gut umzugehen?

- Inwiefern hat das Verhalten und die Erfahrungen mit Ihrer Mutter Sie unfähig gemacht, sich später gegen andere zur Wehr zu setzen?

- Was sind die Fehler Ihrer Mutter?

- Sind alle Kinder die von ihren Eltern misshandelt werden nichts wert? Wenn nein, warum nicht?

- Wenn man von anderen misshandelt und gedehmütigt wird, ist das ein Beweis dafür das man wertlos oder nicht liebenswert ist? Oder ist dies lediglich ein Beweis das einem in der Kindheit niemand beigebracht hat, wie man sich wehren kann? Der einzige Unterschied, warum die einen gemobbt werden und die anderen nicht liegt darin, dass die einen sich viel gefallen lassen und die anderen nicht.

Zitat:
Welche Strategien helfen während der Konfrontation mit dem Aussehen, die Gefühle des Gedemütigt werdens sowie die Gefühle der absoluten Ohnmacht gegenüber dem Aussehen, in Richtung Sicherheit zu verändern?


Wie oben geschildert: Lernen sich zu wehren! Das Gefühl zu bekommen, heute kann mir das nicht mehr passieren. Wenn es nochmals passieren würde, dann würde ich ... machen. Damit würde ich dem ganzen einen ganz anderen Verlauf geben, als es früher gelaufen ist. Hier können Sie beispielsweise in der Therapie mit Ihrer Therapeutin/Therapeuten im Rollenspiel üben, die Situationen nochmals nachzustellen und sich dann im Rollenspiel zu wehren. Sie können das sich wehren auch in Gedanken üben. Besprechen Sie mit Ihrer Therapeutin/Therapeuten was gute Strategien wären, sich zu wehren (Ich hoffe der/die Therapeutin kann sich selber gut wehren und kann Ihnen dies beibringen).

Ein weiterer Punkt ist bzgl. der Bilder ist sie richtig einzuordnen. Damals ist damals, heute ist heute.

Des Weiteren können Sie andere interviewen, was genau Sie liebenswert macht, was toll an Ihnen ist, was Sie gut machen usw. Diese neuen Rückmeldungen können Sie dann gegen die alten Bilder einsetzen.

So, jetzt zum zweiten Betrag:

Zitat:
Könnte ich bei der EMDR-angelehnten Art, schambezogene Kognitionen zu bearbeiten (S. 140) etwa so vorgehen? Also ist es so gedacht?:


Ja, nur ist es meist selber schwierig die eigenen negativen Überzeugungen in Frage zu stellen. Das sollten Sie besser mit therapeutischer Hilfe machen oder indem Sie andere Mitmenschen zu deren Sichtweise interviewen. Sie können es auch mit den verschiedenen FRagen zur Überprüfung negativer Gedanken probieren (Seite 129).

Zitat:
Die zweite Hälfte der Frage ist noch offen: wie ist es möglich, automatische Ohnmachtsgefühle und Ängste vor Ohnmachtsgefühlen zu ändern, welche bei der Konfrontation mit dem Aussehen auftreten?


Wie oben beschrieben durch neue Erfahrungen z.B. in Rollenspielen, in denen es geklappt hat. Das stärkt die Zuversicht und Wahrscheinlichkeit, dies auch in der realen Situation zu können. Trennen Sie die alten Gedanken wieder dadurch ab, indem Sie sich klar machen, dass aktuell nur Erinnerungen hochkommen und dies nun eine ganz andere Situation ist.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Sternentanz
Poweruser


Anmeldungsdatum: 09.02.2009
Beiträge: 168

BeitragVerfasst am: Di März 24, 2009 9:22 pm    Titel: Hallo Antworten mit Zitat

Entschuldigung das ich mich da einmische...
aber ich war richtig gehend innerlich geschockt, weil all das was ich da las, ist wie auf mich zugeschnitten....

das heißt also nur weil ich mich wertlos fühle, dürfen andere mich schlecht behandeln?
dann habe ich meinen Ausgangspunkt....

Aber was ist, wenn man sich nicht wehren konnte, das Kind aber schon in den Brunnen gefallen ist? Wenn dinge passiert sind, für die man weiterhin fertig gemacht wird?
wie sollte man dann vorgehen?


Ich bin sprachlos, weil ich nicht wußte das es noch mehr Menschen mit diesen Gefühlen gibt, die so verletzend sind, die von Demütigung und Enttäuschung sprechen.

Man wird damit aber niemals alleine fertig. Diejenigen die gedemütigt wurden laufen immer mitdem Schmerz herum....das kann mitunter ein Leben lang dauern! bei mir dauerts schon fast drei Jahre!!
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 12:00 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Sternentanz,
Zitat:
das heißt also nur weil ich mich wertlos fühle, dürfen andere mich schlecht behandeln?
dann habe ich meinen Ausgangspunkt....


nein, dich darf niemand schlecht behandeln. Niemand darf deine Grenzen überschreiten. Niemand darf dich demütigen, oder schlagen, damit deine Persönlichkeitsgrenzen überschreiten. Teilweise ist das sogar gesetzlich verankert.

Es ist aber weiterhin möglich, dass sie dich schlecht behandeln, weil du dich noch nicht genug stark schützen kannst davor.

Zitat Herr Brunhoeber:
Zitat:
Eine Katze die man anfassen will und die einen richtig kratzt, bei der überlegt man sich zweimal ob man sie nochmals anfasst. Eine Katze die sich alles gefallen lässt, kann man ohne Angst auch mal grober anfassen.


Und du kannst dich noch nicht davor schützen, weil du den Eindruck hast, du wärst der Fehler.

Sehr geehrter Herr Brunhoeber,
vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort!! Ich glaube, jetzt habe ich das Wissen allmählich in der Hand, muss nur noch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten finden.

Schlussendlich denke ich, sind die Probleme eigentlich gut lösbar, und nur schon so lange und so stark vorhanden, da ich nicht genau wusste, wie ich sie lösen sollte. Und weil mein Ex-Therapeut vieles wie sich nun herausstellte missverstanden hatte, was die wichtigsten Schritte in Richtung Gesundung untergrub/verunmöglichte. Jetzt sollte es also mal möglich sein, gesund zu werden.

Also, vielen herzlichen Dank!
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shakila
alter Hase


Anmeldungsdatum: 09.04.2007
Beiträge: 2273

BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 2:29 am    Titel: Antworten mit Zitat

wenn ich mich auch mal kurz einklinken darf..

ich mache mir sehr oft gedanken in diese richtung in letzter zeit, dass eigentlich die reaktionen auf situationen das eigentliche problem sind, und nicht die situationen selber..

und ihr text, herr Brunhoeber, bringt das genau auf den punkt.
mal sehen, ob ich mir ihr buch besorgen kann, habe nur noch sehr viele ungelesene hier im moment..

ich haette jedoch eine ganz dringende frage, hoffe sie koennen mir da kurz weiterhelfen.

wenn man nun unsicher, oder schlecht drauf ist, kann die abwehr gegen angriffe sehr schnell pampig, aggressiv und sehr provozierend wirken. so dass man sich in ernstere auseinandersetzungen verhaeddern koennte, wenn nicht sogar in koerperliche angriffe.

denken sie, man sollte das riskieren, oder dann doch lieber die klappe halten, und die tortur ueber sich ergehen lassen?

in solchen momenten kommt es auch wirklich nicht drauf an, WAS ich sage, die netteste abwehr klingt dann bei mir auch sehr aggressiv und angreifend..

gruesse, shak
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Sternentanz
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Anmeldungsdatum: 09.02.2009
Beiträge: 168

BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 5:26 pm    Titel: Hallo Antworten mit Zitat

Hallo Nicky!

Ja, das stimmt ich kann mich noch nicht schützen. Es auf die Eltern zu schieben (die haben mir das nicht gezeigt), weiß ich nicht ob es ein richtiger Weg ist.
Demütigungen erträgt wahrscheinlich jeder einmal in seinem Leben. Ich werde zwar nicht geschlagen, aber auf sehr massive Weise werde ich seelisch mißbraucht.

Das kann ich nicht abstellen, und es passiert mir seelisch, wie auch jetzt körperlich immer wieder.
Es versteht nur keiner, weil viele nicht wissen, was ein kleiner Eingriff, so alles anrichten kann!

Den Schmerz versteht keiner.
Und wenn man dann noch für den Schmerz den man ertragen hat, fertig gemacht wird, ich glaube das ist dann einer der größten Demütigungen.

Ich weiß das, solange ich mich wertlos fühle, andere mit mir machen können, was sie wollen.
da ich die Grenzen nicht ziehen kann, aber ich weiß auch nicht ob das noch lernbar ist.
Denn ich würde alles tun, um einmal meinen Mund aufzumachen und zu schreien: laßt mich doch alle in Ruhe!
Das ist mir nur leider im Moment nicht möglich!
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
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BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 5:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
wenn man nun unsicher, oder schlecht drauf ist, kann die abwehr gegen angriffe sehr schnell pampig, aggressiv und sehr provozierend wirken. so dass man sich in ernstere auseinandersetzungen verhaeddern koennte, wenn nicht sogar in koerperliche angriffe.

denken sie, man sollte das riskieren, oder dann doch lieber die klappe halten, und die tortur ueber sich ergehen lassen?

in solchen momenten kommt es auch wirklich nicht drauf an, WAS ich sage, die netteste abwehr klingt dann bei mir auch sehr aggressiv und angreifend..



Ich denke gerade für Menschen die in ihrer Vergangenheit häufig die Erfahrung machen mussten, dass sie angegriffen und verletzt wurden (und sich nicht wehren konnten) und die sich gleichzeitig versucht haben passiv zu schützen (perfektes Aussehen, perfektes Verhalten, Unterordnung usw.) geht es erst einmal darum sich zu wehren und zu merken, dass sie sich auf diese Weise schützen können. Es ist O.K. wenn man übers Ziel hinausschießt, wichtig ist erst einmal sich dadurch wieder sicher zu fühlen. Wenn man sich dann sicher fühlen kann geht es darum zu lernen, wie man die eigene Reaktion an den Angriff angemessen anpassen kann, ansonsten kann man sich ja durch überzogenes Abwehrverhalten auch wieder Probleme aufladen. Aber: Sicherheit geht vor adäquater Reaktion.

Und sicher haben Sie recht, in manchen Situationen ist es wirklich das Klügste, sich nicht zu wehren bzw. der Situation aus dem Weg zu gehen. Wenn Sie beispielsweise einer Gruppe Skinheads über den Weg laufen und die machen Sie an, dann ist es das Klügste nichts zu sagen, ansonsten kann die Situation gefährlich werden. Doch die meisten Situationen sind meines Erachtens nicht gefährlich.
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shakila
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Anmeldungsdatum: 09.04.2007
Beiträge: 2273

BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 5:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

danke fuer ihre antwort.

ganz genau das passierte mir mal, ein paar skinheads liefen vorbei, ich sass mit einem freund auf der parkbank..
sie warfen ihm mit einer abfaelligen bemerkung muell zu, ich natuerlich aus reaktion etwas zurueckgesagt, woraufhin sie meinen freund schlugen.

das war nicht das einzige mal, dass sowas passierte, und ich habe nun sehrsehr grossen, sagen wir mal respekt davor, mich zu wehren.

humor ist fuer mich die einzige moeglichkeit, wenn man jedoch schlecht gelaunt ist, kann man das wohl vergessen, da wird nichts humorvoll wirken..

bin ich jetzt dazu gezwungen, mein lebenlang laechelnd heiter umherzulaufen?? Confused hrrm...
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 5:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sie entscheiden, ob Sie weiter lächelnd herumlaufen. Oder Sie versuchen die Situationen nach gefährlichen, weniger gefährlichen und ungefährlichen Situationen zu unterscheiden und passen daran Ihre Reaktionen an.
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Sternentanz
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Anmeldungsdatum: 09.02.2009
Beiträge: 168

BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 11:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was aber ist, wenn eine Situation passiert ist, und die einem immer wieder auf die übelste Art vorgeworfen wird?
Wie sollte man damit umgehen?
Wenn man wirklich in dieser einen Situation hilflos war, und keiner sieht den genauen Hintergrund? Alle behaupten etwas anderes....
nur man selbst allein weiß, was da passiert ist....
was soll man dann ihrer meiner nach tun?
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2009 11:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

stimmt echt, sich wehren muss so sein, dass es einem was bringt. das heisst an die Situation angepasst.
heyhey, auch mir ist eine Situation jetzt zwei mal passiert... habe deftigen Streit mit meinem Therapeuten, von dem ich echt bislang vie hielt und dem ich voll vertraute... dann aber, hat er mich total missverstanden, mir aufgrund dessen etwas Schlimmes unterstellt... was bei mir grad einen mega Flashback auslöste... ich sagte ihm das... und wollte erklären, was das Missverständnis war... doch er konnte nicht mehr diesen Gedanken aufnehmen, dass er mich falsch verstanden hatte... dies würde ja bedeuten, dass er mich missverstand (was ok wäre), dann mir etwas unterstellt hat, das mich erheblich verletzte... ich glaube, da hätte er so Schuldgefühle... jedenfalls ist die Therapie zu Ende, er ist bisher nicht mal ein bisschen darauf eingegangen, dass es ein Missverständnis sein KÖNNTE und das er darum falsch liegen KÖNNTE ... es war echt scheisse, er war nicht mehr zu erkennen und für mich sehr enttäuschend, ohnmächtig, traurig, dass die Therapie so zu Ende ging...
Kann es echt sein, dass er diese Unterstellung nicht mehr überdenken KONNTE, weil ich durch meine Reaktion (dass ich viele Stunden heulte, Flashbacks) ihm unabsichtlich so ein schlechtes Gewissen machte? Bisher konnte ich kaum glauben, was das soll, warum er nicht bereit ist, auf die Möglichkeit von Missverständnissen einzugehen (welche sehr klar vorhanden sind)... aber vielleicht hätte er es getan, wenn ich von der Unterstellung nicht verletzt gewesen wäre (bzw. es ihm nicht gesagt hätte), sondern locker reagiert hätte... dann hätte er "zurück" können, da nicht so Schuldgefühle?
Wenn jemand unabsichtlich mich verletzt, jemand der das überhaupt und niemals tun möchte und sich dies nicht verzeihen kann, und ich reagiere auf die Verletzung so stark dass er sich grosse Vorwürfe machen müsste (von ihm aus gedacht), dann ist es schwierig, zurück zu gehen und die Verletzung zurückzunehmen?
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Do März 26, 2009 12:00 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was aber ist, wenn eine Situation passiert ist, und die einem immer wieder auf die übelste Art vorgeworfen wird?
Wie sollte man damit umgehen?
Wenn man wirklich in dieser einen Situation hilflos war, und keiner sieht den genauen Hintergrund? Alle behaupten etwas anderes....
nur man selbst allein weiß, was da passiert ist....
was soll man dann ihrer meiner nach tun?

Wow, der Thread ist zu einer genauen Erörterung geworden, wie man sich wann am besten wehren kann... Wink
Was auch immer die Situation ist... die Frage stellt sich mir, ob du den Leuten den genauen Hintergrund erklären wird, oder ob es gut sein kann, dass dies schon wieder gegen dich verwendet wird und dich damit noch mehr verletzt... mir fallen so pauschal nur ein bisschen schlagfertige, evtl. passend grenzverletzend schlagfertige Sprüche ein, die evtl., falls sie jetzt zu der Situation passen, möglich wären. Wenn also jemand dir die Situation vorwirft:
"Das ist deine Sichtweise, leider beruht sie auf mangelhafter Informationslage"
"Deine Meinung, behalte sie wenn sie dir hilft und werd glücklich, AMEN"
"Klar, und meine Grossmutter macht im nächsten Marathonlauf mit *ironie*"
"Sicher, hast ja soooooo Recht, und gestern ist ein UFO gelandet"
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