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Meine Freundin - Brauche Hilfe!

 
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Vanity83
Newbie


Anmeldungsdatum: 29.04.2007
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: Mi Jun 27, 2007 10:31 pm    Titel: Meine Freundin - Brauche Hilfe! Antworten mit Zitat

hallo herr brunhoeber

im moment weiss ich weder ein noch aus und deshalb muss ich unbedingt mit jemandem reden der sich mit der materie von dysmo eingehend befasst hat. ich hatte bereits im hauptforum mein problem angesprochen, aber das ganze ist inzwischen noch viel schlimmer geworden und deshalb brauche ich nun eine professionelle meinung. aber eins kann ich bereits versprechen ... es wird nicht einfach. bereit für einen roman? Wink

es geht dabei nicht um mich, sondern um meine freundin. ihr zustand verschlimmert sich zusehends und ich habe so eine angst dass sie sich was antut. wir sind jetzt 1 jahr zuasmmen und ich bin schon seit langem davon überzeugt dass sie an dysmo leidet. sie hat von den hier auf der seite aufgeführten symptomen bestimmt mehr als 80%.

ok, erstmal will ich sagen dass sie wirklich meine absolute traumfrau ist. sie ist witzig, intelligent und dazu noch wunderschön. und gerade deshalb verstehe ich das alles nicht, ihre extreme unzufriedenheit mit sich selbst, die extremen stimmungsschwankungen, die plötzliche apathie mir gegenüber, die ständigen depressionen und das gefühl als wolle sie gehasst werden, weil sie sich selber so sehr hasst. ich liebe sie wirklich und ich denke zu wissen dass sie mich auch liebt, doch nun bin ich kurz davor auch unter der last der probleme zu zerbrechen.

sie ist mit so vielen sachen an ihrem körper unzufrieden und wünschte sie könnte sich komplett verändern. im zentrum des ganzen dilemmas steht jedoch ihre nase von der sie der meinung ist sie sei viel zu groß und knubbelig. eine meinung mit der sie gänzlich alleine dasteht. niemand findet, dass mit ihrer nase etwas nicht stimmt oder dass sonst etwas an der falschen stelle wäre. generell finden sie alle sehr hübsch. aber das kann ihr sagen wer will, in ihren augen ist es nicht die wahrheit. das geht sogar so weit dass sie schon seit langer zeit den entschluss gefasst hat sich einer nasen-op zu unterziehen. sie hat ihr halbes leben in zurückgezogenheit gelebt und wegen ihrem selbsthass und ihren ängsten so viel im leben verpasst... und nun ist sie der meinung dass ihr leben erst richtig beginnen könne wenn sie eine neue nase hätte.

im moment dreht sich alles nurnoch darum, kein gespräch können wir mehr führen ohne dass wir auf dieses thema kommen und uns dann tierisch in die haare kriegen und alles in tränen endet. ich rate ihr natürlich ständig davon ab weil es einfach nicht sein muss, obwohl ich mir seit neuesten schon wünsche sie würde es hinter sich bringen damit diese ganze zofferei und ihr selbsthass endlich ein ende haben. aber ich weiss natürlich dass damit das problem nicht an der wurzel gepackt wird (oder etwa doch, who knows). das problem ist jedoch, dass weder sie, noch ich, noch ihre eltern das geld haben, eine solche horrend teure op zu bezahlen, ganz zu schweigen davon, dass wir ihr alle davon abraten. sie war auch schon bei mehreren chirurgen und hat sich beraten lassen bzw. meinungen eingeholt. alle meinten dass es absolut nicht notwendig sei, sie aber doch ein wenig verstehen könnten was sie an der nase stört, und dass selbst wenn sie hand anlegen würden, die veränderung nur sehr geringfügig sei. einer der ärzte hat sie sogar gefragt ob sie schonmal gemodelt hat, doch dass ist auch spurlos an ihr vorbeigegangen. jetz sind wir in der zwickmühle dass der arzt dem sie am meisten vertraut viel zu teuer ist, während sie zum dem arzt mit dem günstigsten preis (und der bestimmt nicht minder fähig ist) überhaupt kein vertrauen hat. uns wäre allen am liebsten sie würde den gedanken endlich loslassen und sich einer therapie unterziehen wo das problem an der wurzel gepackt wird. einerseits denke ich es würde ihr deutlich besser gehen wenn sie eine neue nase hätte, aber andererseits habe ich angst dass das nicht der letzte eingebildete makel war, obwohl sie dass immer abstreitet. leider ist sie im moment garnicht der meinung dass sie dysmo oder irgendeine andere psychische störung hat, was den gedanken mit der therapie doch deutlich kompliziert. sie meint dass der makel so offensichtlich sei und keiner von uns eine ahnung hätte wie sie das belastet. und das ist noch nicht mal das ganze problem ...

im moment fällt einfach alles zusammen. sie braucht die op unbedingt bevor ihre ausbildung anfägt (was im september wäre) damit sie niemandem dort rechenschaft schuldig ist und sie meint dass ohne eine neue nase ihr leben nicht wirklich anfangen könne. ausserdem hat sie währenddessen nicht genug urlaub um die op durchzuführen. dann wollen wir so schnell wie es möglich ist zusammen ausziehen, weil sie ihren jetzt schon verzweifelnden eltern nichts von der op erzählen will und sie es daheim generell schon lange nicht mehr aushält. das verhältnis zu ihren elten ist auch schon seit jahren eine katastrophe. vor allem hat sie angst vor ihrem vater und seiner reaktion auf die op. ausziehen geht natürlich auch wieder nicht wenn man direkt solche schulden im nacken hat, wir reden hier immerhin von summen in höhe von 2700-4500€ und dass sind für eine auszubildende und einen studenten nicht gerade peanuts. sie gibt sich und mir im wahrsten sinne des wortes eine deadline. wenn bis zum beginn der ausbildung keine besserung eintritt macht das alles keinen sinn mehr. was soviel heisst wie: egal wie sehr sie mich liebt, es ist nicht genug um sie in dieser welt zu halten. ich glaube auch nicht dass ich das jemals seelisch verkraften könnte.

ich weiss einfach nicht mehr was ich machen soll. im moment will ich nichts auf der welt mehr als dass es ihr gut geht, aber ich weiss nicht wie. niemand weiss eine lösung. mir gehen jeden tag zig fragen durch den kopf. das belastet mich und zunehmend auch meine eltern bis an die grenzen. die fragen mich schon immer: "willst du dir das wirklich dein leben lang antun, sohn?" es ist schwer leuten beizubringen was es mit dieser krankheit auf sich hat und ich scheine von allen (meine freundin eingeschlossen) wohl gerade der einzige zu sein der einen einblick hat. ich finde auch chirurgen sollten sich mehr für die psyche ihrer patienten interessieren, vor allem bei leuten die es augenscheinlich nicht nötig haben. naja, soviel dazu.

was soll ich tun? wenn es möglich ist, sollte sie die op machen? wenn nicht, wie kann sie glücklich werden? wie lässt sich sowas überhaupt finanzieren? wie werden ihre eltern reagieren? wird sie mit dem ergebnis zufrieden sein? wenn nicht, wie geht es weiter? kann ich das noch länger ertragen? das sind alles fragen die mir den ganzen tag durch den kopf schwirren.

so, glückwunsch an jeden der sich durch diesen roman gekämpft hat Wink

das war jetzt schon recht viel info über die derzeitige lage, aber falls jemand rat weiss oder noch mehr info braucht kann ich gerne noch etwas ins detail gehen. ich würde mich freuen wenn sie herr brunhoeber oder ihr dysmo-forum besucher mir einen rat oder zwei geben könnten. ich bin wirklich verzweifelt.

danke, vanity83
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Do Jun 28, 2007 5:44 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo vanity83,

Sie sind in einer schweren Lage, in der es keine einfachen Entscheidungen geben wird. Eine Op wird ihr mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht helfen. Häufig wird es nach Nasen-OPs sogar noch schlimmer. Von daher würde ich dringend abraten. Ich denke Sie schätzen die Situation schon richtig ein.

Was Ihrer Freundin helfen kann ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Sie haben geschrieben, dass sie dafür wenig zugänglich ist. Eine Therapie würde ja auch etwas dauern, bevor man einen Platz bekommt.

Ich würde im Moment wie folgt vorgehen. Ich würde Ihrer Freundin raten zum Psychiater zu gehen und sich ein Antidepressivum (SSRI) verschreiben zu lassen. Dieses Medikament hilft in der Regel recht gut und kann schon nach zwei Wochen (allerdings auch in manchen Fällen erst nach drei Monaten) anfangen zu wirken. Erklären Sie Ihrer Freundin, dass Sie die ganze Geschichte mit der Nase und dem Aussehen schon sehr fertig und niedergeschlagen macht und es von daher sinnvoll wäre, etwas gegen diese depressiven Zustände zu machen. Stellen Sie es in Aussicht, dass dieses Medikament ihr auch bei Ihren Aussehensproblemen helfen kann. Wenn das Medikament anfängt zu wirken, werden die Gedanken ums Aussehen weniger wichtig.

Anschließend wird Sie evtl. bereit sein, auch eine Therapie zu machen. Da müssen Sie entscheiden, ob eine ambulante Therapie ausreichen wird, oder ob es doch sinnvoller ist, eine stationäre Therapie zu machen (in der man durch die Intensivität der Behandlung) sicherlich schnellere Erfolge haben kann. Sie kann dazu gerne in die Klinik in Bad Staffelstein kommen, in der ich ab nächsten Dienstag arbeite und die sich auf die Behandlung der KDS spezialisieren wird.

Sie scheinen ja auch sehr durch die Situation belastet zu sein. Von daher würde ich mir an Ihrer Stelle auch Unterstützung (Freunde, Lebensbetratungsstelle) holen, damit Sie dabei nicht unter die Räder kommen.

Ich hoffe das hilft Ihnen.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
_________________
There is only one way of life
and that´s your own.
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