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was tun gegen Komplexe?
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Autor Nachricht
Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: So Apr 08, 2007 7:17 pm    Titel: was tun gegen Komplexe? Antworten mit Zitat

Hallo !

Ich versuche nun wirklich schon länger, gegen meine Komplexe anzukommen. Ehrlich gesagt bin ich auch der Meinung, das Schlimmste hinter mir zu haben.
Für eine zeitlang habe ich wirklich jeden Tag zu 50% nur daran gedacht, dass ich keine schöne Figur habe und die meisten Frauen hübscher sind als ich. Naja, zu der Zeit habe ich auch sehr häufig nur 400-800kcal zu mir genommen.
Nur als Vergleich... inzwischen ernähre ich mich normal und habe nicht mehr so häufige 'depri-anfälle', wie ich es im Nachhinein zu nennen pflege, wenn ich vor lauter Verzweiflung über mich selbst kaum mehr aus dem Weinen herauskomme... meist ausgelöst durch irgendwelche Models, 'sexy' Mädels auf ner Witzseite, auf die mein Freund sehr häufig geht, porno... usw...
Im Nachhinein kann ich mein Verhalten übrigens oft nicht mehr so richtig nachvollziehen, es ist als würde mein Verstand aussetzen und nur noch meine Gefühle kontrollieren.
Wie auch immer, früher hatte ich das mindestens einmal die Woche, inzwischen im Schnitt einmal im Monat schätze ich. Wobei es nicht immer so 'krass' ist wie oben beschrieben. Oft bin ich auch einfach nur traurig, hab mich aber noch halbwegs unter Kontrolle und lasse mich beruhigen durch liebe Worte von Seiten meines Freundes.
Er ist es, der mir so Leid tut... und vor allem habe ich Angst, ihn durch meine Komplexe zu verlieren, weil ich ihn zu sehr belaste.

- Wenn ich in einer bestimmten Stimmung bin, möchte ich zum Beispiel
keinen Film schauen, bei dem ich weiß dass dort viel Haut gezeigt wird.
- Ich bin außerdem schnell eifersüchtig (und gehe von unbekannten Frauen irgendwie immer davon aus, dass sie hübscher sind als ich)
- auch bilde ich mir oft ein, dass mein Freund andere Frauen anstiert (kam schon oft vor, dass ich dachte, er schaut ihr dauernd auf die Brüste... wo er dann im Nachhinein meint, dass das nicht stimmen würde - und das ist wirklich was, wo ich mir sicher bin: er ist ein sehr ehrlicher Mensch)
- außerdem kommt es ihm oft so vor, dass ich ihm die Worte im Mund herumdrehe - eben wenn wir über irgendetwas in der Art reden, und ich eine ehrliche Meinung von ihm haben möchte, verstehe ich seine Aussagen falsch (wobei, naja, ich verstehe sie einfach so, ich mache das wirklich nicht um ihn zu ärgern oder sonstwas...)

ich schätze, das sind so typische Verhaltensweisen bei niedrigem Selbstvertrauen, richtig? Ich weiß nur einfach nicht weiter...

liebe Grüße

Bee
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: So Apr 08, 2007 7:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

mir ist eben noch etwas eingefallen, leider kann ich ja nicht editieren...

Ich habe mir auch schon mehrmals überlegt, einen Psychologen aufzusuchen. Aber da ich immer das Gefühl hatte, es wird auch so besser...

Außerdem meinte meine Mutter, das sei Blödsinn, sie habe früher genauso gedacht wie ich und hätte nie sowas gebraucht. Sie denkt auch nicht, dass ich an Magersucht litt ... ich glaube das im Nachhinein ehrlich gesagt schon, ich mein klar gibt es 'extremere', aber das lag bei mir auch einfach an dem Rückhalt, den ich durch meinen damaligen Freund hatte.

Leider habe ich einfach kein Geld, um mir eine Therapie leisten zu können - spätestens, seit es Studiengebühren gibt.
Würde sowas die Krankenkasse zahlen? Muss man da ewig betteln und ein riesen Aufsehen darum machen?

Was ich in meiner Spontanität auch noch vergessen habe:
Ich bin weiblich, 21, Studentin im 4. Semester (Wirtschaftsinformatik), ausgezogen (fremde Stadt... hat mir gut getan).

Vielen Dank schonmal, falls Sie sich kurz Zeit für mich nehmen...

Liebe Grüße,

Bee
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Mo Apr 09, 2007 7:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bee,

Zitat:
Ich habe mir auch schon mehrmals überlegt, einen Psychologen aufzusuchen. Aber da ich immer das Gefühl hatte, es wird auch so besser...

Es ist ja auch mit der Zeit bei Ihnen besser geworden. Und vielleicht hat Ihre Mutter recht, dass es mit der Zeit auch noch weiter besser wird und Sie keinen Psychologen brauchen.
Ich würde die Entscheidung, ob Sie einen Psychologen in Anspruch nehmen nicht unbedingt davon abhängig machen, ob Sie es alleine schaffen können oder nicht, sondern ob Sie es vielleicht schneller schaffen möchten und Sie Unterstützung in Anspruch nehmen, um selber nicht zu viele Sackgassen einzuschlagen. Nehmen wir mal das Beispiel Hochzeit. Wenn man eine perfekte Hochzeit planen möchte kann man das sicherlich selber machen. Dazu braucht man jedoch eine ganze Menge Zeit und muss sich viele Dinge erst aneignen. Man wird sicherlich auch eine ganze Reihe von Fehlern dabei machen. Nimmt man nun einen Hochzeitorganisator zu Hilfe, wird es viel einfacher gehen, da dieser sich damit gut auskennt.

Zitat:
Leider habe ich einfach kein Geld, um mir eine Therapie leisten zu können - spätestens, seit es Studiengebühren gibt.
Würde sowas die Krankenkasse zahlen? Muss man da ewig betteln und ein riesen Aufsehen darum machen?

Eine Therapie kostet nichts, wenn eine behandlungsbedürftige Störung zugrunde liegt. Die Krankenkasse zahlt dann die Therapie. Sie können sich einfach aus den gelben Seiten oder über die Seite http://psychotherapiesuche.de/ einen Therapeuten suchen und bei dem bis zu fünf Probesitzungen machen. Sie müssen sich nicht erst mit der Krankenkasse in Verbindung setzen und um Erlaubnis fragen.
Zitat:
ich schätze, das sind so typische Verhaltensweisen bei niedrigem Selbstvertrauen, richtig? Ich weiß nur einfach nicht weiter...

Ich vermute mal, dass Sie lange Zeit versucht haben, ein gutes Selbstvertrauen über Ihr Aussehen zu bekommen. Das funktioniert jedoch nicht, da Aussehen nur zu einem kleinen Teil zu einem stabilen Selbstwertgefühl beiträgt.
Wenn Sie sich stärker Ihrer anderen Qualitäten bewusst werden, die Sie liebenswert und wertvoll machen, wird das Aussehen weniger wichtig. Ihnen wird es dann leichter gelingen bei anderen hübschen Frauen zu sagen: „Mein Freund mag mich nicht nur wegen meinem Aussehen, sondern wegen dem und dem und dem.“
Vielleicht könnten Sie mal die folgenden Fragen beantworten:
Was können Sie gut?
Worauf können Sie in Ihrem bisherigen Leben alles stolz sein?
Was macht Sie liebenswert?
Was ist toll an Ihnen?
Um den maximalen Effekt dieser Fragen zu erhalten, fände ich es toll, wenn Sie Leute aus Ihrem Umfeld bitten würden, diese Fragen zu beantworten, also z.B. Ihren Freund, Ihre Mutter, Ihre Freundinnen.
Viele Grüße
Stefan Brunhoeber
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: Di Apr 10, 2007 5:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Brunhoeber,

erst einmal vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Ich habe gleich gestern meinen Freund gebeten, sich über die Fragen mal Gedanken zu machen.
Auch meine Mutter habe ich darauf angesprochen, was mich wirklich Überwindung gekostet hat. Ich habe ihr halt erzählt, dass ich mich in diesem Forum angemeldet habe und was Sie zu meinen Problemen gesagt haben.
Scheinbar ist das wirklich ein wunder Punkt, denn als ich meiner Mutter die Fragen genannt habe, musste ich mich wirklich zusammenreißen, um keine Tränen in die Augen zu bekommen. Naja, jedenfalls wird sich meine Mutter zusammen mit meinem Vater (dem das, wie sie betont, viel wichtiger sei als ich glaube - naja das ist wieder ne andere Geschichte, er ist halt ein sehr verschlossener Mensch) Gedanken darüber machen und mir als Brief (oder E-Mail) zukommen lassen. Ich wohne ja wie gesagt nicht mehr daheim, außerdem glaube ich, könnte ich das nicht einfach so locker im Gespräch. Und ich habs schwarz auf weiß... vielleicht hilft mir das ja, wenns mir schlecht geht...

Ich wollte nur, dass Sie wissen, wie ernst mir diese Sache ist, und dass ich wirklich etwas tun möchte. Ich melde mich dann, sobald ich Antworten habe. Wobei ich mir zuerst selbst Gedanken machen werde, und dann die Gedanken der anderen lesen. Jedenfalls melde ich mich dann wieder...

Viele Grüße

Bee
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Mi Apr 11, 2007 4:26 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bee,

ich finde es ganz toll, dass Sie das Sie die Fragen an Ihre Verwandten und Freunde verteilt haben und das Sie sich selber hinsetzen und das für sich überlegen. Mit diesem Willen etwas zu verändern, haben Sie gute Chancen Ihre Probleme loszuwerden.
Ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie alle Rückmeldungen, die Sie erhalten + ihre eigenen Gedanken am Ende auf ein Blatt zusammenschreiben und dieses Blatt einen Monat lang vor dem Schlafengehen durchlesen, damit die Gedanken sich möglichst tief in Ihrem Kopf verankern und Sie so schneller darauf wieder Zugriff haben. Um so dicker die Nervenbahnen in unserem Gehirn sind, um so einfacher sind sie abzurufen.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: Sa Mai 05, 2007 4:55 pm    Titel: Antworten mit Zitat

leider habe ich immer noch nichts derartiges von meinem Freund erhalten... ich habe ihn damals darum gebeten... eigentlich ist er sehr verständnisvoll und wirklich lieb Crying or Very sad
ist das ein zeichen dass ich ihm nicht wichtig bin?
andererseits verbringen wir viel zeit miteinander... da ist er vielleicht so froh endlich mal ruhe vor mir zu haben, dass er da keinen bock drauf hat...

naja... meine mutter hat mir einen brief geschrieben... wenn ich wieder besser drauf bin werd ich mal schreiben.
bis dann...
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: So Mai 06, 2007 6:42 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bee,

Zitat:
leider habe ich immer noch nichts derartiges von meinem Freund erhalten... ich habe ihn damals darum gebeten... eigentlich ist er sehr verständnisvoll und wirklich lieb
ist das ein zeichen dass ich ihm nicht wichtig bin?
andererseits verbringen wir viel zeit miteinander... da ist er vielleicht so froh endlich mal ruhe vor mir zu haben, dass er da keinen bock drauf hat...


Das passiert bei meinen Patienten auch sehr oft. Es liegt fast immer daran, dass die meisten Menschen sehr bequem sind, oder aber das man nicht deutlich genug gemacht hat, wie wichtig einem diese Rückmeldung ist. Es ist wichtig, dass Sie den Leuten, denen Sie eine solche Aufgabe geben, sagen, wie wichtig Ihnen das ist, dass sie die Aufgabe erledigen.

Ich würde an Ihrer Stelle zu Ihrem Freund gehen, und ihm sagen, dass Sie traurig sind, dass er Ihnen immer noch keine Antwort auf die Fragen geschrieben hat. Die würde in Ihnen den Zweifel erwecken, ob er überhaupt solche positiven Eigenschaften bei Ihnen findet und ob Sie ihm überhaupt wichtig genug sind, dass sie er Ihnen eine solche Rückmeldung schreibt.

Wenn Sie ihm das so sagen und ihm zeigen wie weh Ihnen das tut, dass er Ihnen noch nichts geschrieben hat, wird er dies umgehend nachholen. Es ist nur wichtig, dass Sie betonen, wie viel Ihnen an dieser Rückmeldung liegt.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: So Mai 06, 2007 3:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

naja... habe ich schon nochmal zur Sprache gebracht und auch wirklich betont dass es mir wichtig ist. Wir haben momentan ein großes Projekt für die Hochschule, außerdem verbringen wir wie gesagt viel Zeit miteinander... und vermutlich vergisst er es einfach wenn er dann mal alleine ist. Klar im Grunde könnte er auch in 5Min was runterschreiben, aber er meinte zu mir, dass er sich da wirklich mal in einer ruhigen Minute hinsetzen möchte. Und ob mir nicht aufgefallen sei, dass er viel mehr versucht mir zu zeigen, wie wertvoll ich ihm bin. Das ist mir auch schon aufgefallen... also es ist schon so dass ich ihm wichtig bin.. mh ach ich weiß auch nicht...
vielleicht wollte ich auch einfach mal Ihre Meinung dazu hören... ich war einfach grade so traurig darüber. Irgendwo in mir ist halt doch die Angst, dass ich ihm nicht so wichtig bin wie ich es gern wäre bzw wie er mir wichtig ist. Das hängt halt irgendwie alles mit meinem Selbstbewusstsein zusammen...

kurz was ganz anderes: können darmstörungen auch psychisch bedingt sein? Oft wenn ich mal einen oder zwei Tage recht ungesund esse (sagen wir mal Brötchen, Pizza, Alkohol, Knabberkram) habe ich ziemliche Verdauungsprobleme. Eigentlich immer nur dann. Heute war es ganz besonders komisch... ich habe mich die letzten Tage wirklich gesund ernährt, und heute einen Eisbecher gegessen... kaum gegessen war mir schlecht, und als ich daheim war hatte ich ernsthaft das Bedürfnis mich zu übergeben. Damit Sie mich nicht missverstehen: ich war noch nie bulimisch, mir war wirklich schlecht. Mein Freund meinte dann plötzlich, ob sowas nicht auch psychisch sein könnte - auf die Idee wäre ich von mir aus nicht gekommen. Würde mich einfach nur mal interessieren.

Viele Grüße
zum Glück ist es heute sonnig, da ist meine Laune gleich besser Smile

Bee
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Mo Mai 07, 2007 5:07 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bee,

Zitat:
naja... habe ich schon nochmal zur Sprache gebracht und auch wirklich betont dass es mir wichtig ist. Wir haben momentan ein großes Projekt für die Hochschule, außerdem verbringen wir wie gesagt viel Zeit miteinander... und vermutlich vergisst er es einfach wenn er dann mal alleine ist.


Super das Sie ihn darauf angesprochen haben. Was helfen kann ist ihn zu fragen, bis wann Sie die Rückmeldung von ihm bekommen. Er soll Ihnen einen Termin sagen, wann er Zeit findet. Dann ist es für ihn verbindlicher und er wird es schwieriger vergessen können.


Zitat:
kurz was ganz anderes: können darmstörungen auch psychisch bedingt sein? Oft wenn ich mal einen oder zwei Tage recht ungesund esse (sagen wir mal Brötchen, Pizza, Alkohol, Knabberkram) habe ich ziemliche Verdauungsprobleme. Eigentlich immer nur dann. Heute war es ganz besonders komisch... ich habe mich die letzten Tage wirklich gesund ernährt, und heute einen Eisbecher gegessen... kaum gegessen war mir schlecht, und als ich daheim war hatte ich ernsthaft das Bedürfnis mich zu übergeben.

Warum hatten Sie das Bedürfnis sich zu übergeben? Was sind Ihnen für Gedanken durch den Kopf gegangen, als Sie dieses Bedürfnis hatten?

Wenn dabei irgendwelche Gedanken an abnehmen, nicht zunehmen, ein schlechtes Gewissen etwas Süßes gegessen zu haben, dick auszusehen usw. eine Rolle gespielt haben, sollten Sie sich beobachten, denn dann könnte es eine psychische Ursache haben. Oder aber wenn Sie sich gestritten hätten bzw. andere ungute Gefühle gehabt haben. Ansonsten würde ich auf eine körperliche Ursache tippen.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: Mo Mai 07, 2007 8:01 am    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Herr Brunhoeber

Ich habe gestern nochmal mit ihm geredet. Er meinte, es fiele ihm einfach auch schwer, das zu fassen. Er versuche ja, mir öfter als früher zu sagen was er toll an mir findet (und das stimmt auch) und ich sei ihm unendlich wichtig. Meist wäre es eben so, dass er etwas in einem Moment denkt und das dann sagt, aber wenn er gezielt aufzählen wollte, was er toll an mir findet, würde er nie alles zusammenkriegen.
Ich habe ihm dann, denke ich, verdeutlicht, dass er versuchen soll, zu überlegen, was er an mir besonders findet. Was mich gegenüber anderen Menschen seiner Meinung nach auszeichnet. Ich habe ihm erklärt, dass ich mich selbst einfach schon immer mittelmäßig fand. Wie meine Noten in der Schule und jetzt im Studium, so finde ich war und ist es überall. Ich bin nirgendwo schlecht, aber auch nirgendwo überragend. Vielleicht ist es eben auch einfach so... es gibt nichts worin ich herausrage. Das einzige, wo ich das mal dachte, war das Theaterspielen. Er meinte ich solle das doch wieder anfangen (ich war im Gymnasium in der Theater AG, bekam bei meinem ersten Stück gleich eine Hauptrolle - Lena in 'Leonce und Lena' von Georg Büchner...). Es gäbe sicher Laientheater... nur, ich trau mich nicht. Irgendwie hab ich Angst, dass das in die Hose geht und ich dann das letzte Fünklein verliere... das einzige, bei dem ich dachte dass ich es gut kann.

Wie auch immer...
heute morgen meinte er jedenfalls, er würde sich diese Woche hinsetzen und etwas schreiben. Er möchte doch, dass ich weiß dass ich ihm wichtig bin, denn ich sei ihm wichtig.

Zitat:
Warum hatten Sie das Bedürfnis sich zu übergeben? Was sind Ihnen für Gedanken durch den Kopf gegangen, als Sie dieses Bedürfnis hatten?

Also früher hatte ich oft nur deswegen Übelkeitsgefühle, weil ich Angst vor einer Zunahme o.ä. hatte. Aber die Zeiten sind eigentlich vorbei. Ich möchte zwar im Moment abnehmen, tue das aber auf gesunde Art und Weise. Ich esse genug, aber gesund, und treibe Sport. Und weil es gerade trotzdem ein wenig schnell ging (1,4kg in der letzten Woche), habe ich gestern einen Tag eingelegt, an dem keine Kalorien gezählt werden, sondern ich esse worauf ich gerade Lust habe. Das einzige ungesunde in dem Sinne war trotzdem nur das Eis. Na jedenfalls hatte ich mir das vorher genau überlegt und hatte auch keine Schuldgefühle oder sonstwas. Ich wollte auf heute ja nicht noch mehr abnehmen, lieber eine kleine Zunahme verbuchen. Deswegen nahm ich auch eigentlich nicht an, dass es psychischer Natur sein kann, aber mein Freund meinte das könnte ja auch unterbewusst sein. Schließlich wirke ich im Normalfall keinesfalls essgestört, und kaum bin ich depressiv kommen auch wieder die Magersuchtsgedanken.

Ich freue mich, dass sich mein Freund jetzt definitiv Zeit nimmt, und dass ich ihm wirklich so wichtig bin. Heute Abend werde ich auch selbst versuchen, die Fragen zu beantworten. Gedanklich habe ich das schon oft versucht. Leicht fällt es mir nicht...

Vielen Dank für Ihre Hilfe...

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag,

Bee
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Di Mai 08, 2007 4:49 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bee,


Zitat:
Ich habe ihm dann, denke ich, verdeutlicht, dass er versuchen soll, zu überlegen, was er an mir besonders findet. Was mich gegenüber anderen Menschen seiner Meinung nach auszeichnet. Ich habe ihm erklärt, dass ich mich selbst einfach schon immer mittelmäßig fand. Wie meine Noten in der Schule und jetzt im Studium, so finde ich war und ist es überall. Ich bin nirgendwo schlecht, aber auch nirgendwo überragend. Vielleicht ist es eben auch einfach so... es gibt nichts worin ich herausrage.
Warum müssen Sie denn irgendwo herausragen?
Zitat:
Das einzige, wo ich das mal dachte, war das Theaterspielen. Er meinte ich solle das doch wieder anfangen (ich war im Gymnasium in der Theater AG, bekam bei meinem ersten Stück gleich eine Hauptrolle - Lena in 'Leonce und Lena' von Georg Büchner...). Es gäbe sicher Laientheater... nur, ich trau mich nicht. Irgendwie hab ich Angst, dass das in die Hose geht und ich dann das letzte Fünklein verliere... das einzige, bei dem ich dachte dass ich es gut kann.

Ich fände es toll, wenn Sie das noch mal probieren würden. Es ist in einer Laienschauspielgruppe sicher anspruchsvoller als in der Schule, aber Sie würden ja vermutlich auch erst einmal langsam damit anfangen und Nebenrollen spielen. Dann spielen sie sich langsam wieder ein und können Vertrauen in Ihre Fähigkeiten fassen. Außerdem geht es ja nicht nur um Leistung, sondern auch um Spaß haben. Und was Ihnen gut tun, kann nicht schlecht sein.
So unterdrücken Sie ja Ihre Stärken, was sich dann negativ auf Ihr Selbstwertgefühl auswirkt.

Zitat:
Wie auch immer...
heute morgen meinte er jedenfalls, er würde sich diese Woche hinsetzen und etwas schreiben. Er möchte doch, dass ich weiß dass ich ihm wichtig bin, denn ich sei ihm wichtig.

Das hört sich doch gut an!

Zitat:
Schließlich wirke ich im Normalfall keinesfalls essgestört, und kaum bin ich depressiv kommen auch wieder die Magersuchtsgedanken.

Vermutlich versuchen Sie einen Weg, um aus der Depression herauszukommen. Dabei erhoffen Sie sich durch ein besseres Aussehen sich auch wieder besser zu fühlen. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass die Depressionen eine andere Ursache haben, daher wäre es sinnvoller, sich dieser Ursache zu widmen, da sonst tatsächlich eine Essstörung entstehen kann.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: So Mai 20, 2007 8:33 am    Titel: Antworten mit Zitat

Tja wo fange ich an...?
Also erst einmal, ich denke ich sollte mir wirklich eine Theatergruppe suchen. Leider hab ich momentan gar keine Zeit für sowas, aber vielleicht dann im Sommer oder so...

Ich versuche jetzt mal, ihre Fragen zu beantworten:
Zitat:
Was können Sie gut?

Ich bin allgemein ein wenig künstlerisch begabt, ich kann gut zeichnen und malen (habe zum Beispiel Die blauen Pferde von Franz Marc mit Ölkreide gemalt und ich glaube es ist ganz gut geworden - naja meiner Mutter hat es jedenfalls sehr gut gefallen), ich spiele ein Instrument (nur leider in letzter Zeit viel zu selten, da ich mich einfach nicht so richtig traue, wenn ich das Gefühl habe, man hört mich. Ich lebe in einer WG). Wobei ich letzteres nicht wirklich gut kann, was aber nur an mangelnder Übung liegt.
Ich bin mathematisch recht fit, und logisches Denken liegt mir auch sehr. Das ist auch etwas worauf ich stolz bin... dass ich kreativ und künstlerisch aber auch mathematisch-logisch begabt bin.
Ich kann gut trösten. Glaube ich jedenfalls. Und meistens auch gut zuhören.
Ich kann gut kochen, sehr gut sogar. Es macht mir auch Spaß, vor allem gemeinsam mit meinem Freund oder anderen Freunden.

Zitat:
Worauf können Sie in Ihrem bisherigen Leben alles stolz sein?

das ist schwerer als die erste Frage. Da kam es einfach so rausgesprudelt.
Stolz... ich bin grundsätzlich selten stolz auf mich. Meist, weil ich das, worauf ich vielleicht stolz sein könnte, schlecht mache und herabstufe. Blödes Beispiel aus dem Alltag: Ich habe eine Übungsaufgabe aus der Vorlesung Datenbanken2, die wirklich teilweise nicht ohne sind, alleine hinbekommen. Bei denen davor habe ich oft meinen Freund ein wenig um Rat fragen müssen, aber diese Aufgabe habe ich allein geschafft. Es war die erste, die ich ganz ohne Hilfe hinbekam. Einerseits war ich dann stolz drauf, andererseits hab ich dann aber auch gedacht, dass jeder andere vermutlich schneller und besser war bzw die vorherigen Aufgaben ohne Hilfe gelöst hat. Aber sowas meinten Sie vermutlich ja nicht.
Worauf bin ich stolz, wenn ich in die Vergangenheit blicke...
Darauf, dass ich eigenständig bin und mein eigenes Leben führe, seit ich mein Abitur abgeschlossen habe. Der Auszug in eine komplett fremde Stadt, ein Leben auf eigenen Füßen. Dass ich das Abitur geschafft habe, darauf bin ich auch stolz. Vor allem weil es ein besserer Schnitt als der meines Bruders ist, der intelligenter ist als ich.

Zitat:
Was macht Sie liebenswert?

ich weiß nicht so recht...
bei allen Fragen würden mir negative Dinge schneller einfallen, ist das normal?
Warum liebt mein Freund mich... vermutlich weil er der Meinung ist wir passen gut zusammen. Keine so gute Antwort jetzt. Weil ich lieb und süß bin, sagt er. Und hübsch und intelligent.
Warum werde ich von meinen Freunden gemocht? Kein Plan, ich bin ab und an mal ziemlich lustig, bin halt auch einfach nicht so 'tussig', deswegen komme ich auch meist sogar besser mit Männern klar als mit Frauen. Kommt aber auf die Frau an.

Zitat:
Was ist toll an Ihnen?

Mein kleiner Zeh, der halb so groß ist wie der nächstgrößere. Laughing
Irgendwie hab ich die Frage ja durch die anderen schon mit beantwortet, denke ich.

So... habe das gestern und heute geschrieben. Ich wollte halt eigentlich warten, bis ich das von meinem Freund noch habe, um das direkt danach mitzuposten. Aber das hab ich immernoch nicht.
Ich war am Freitag deshalb auch ein wenig verzweifelt. Einerseits wollte ich mich nicht nocheinmal überwinden müssen, ihn darauf anzusprechen. Andererseits hatte ich das Gefühl, wenn ich es nicht tue, macht ers gar nicht. Und da war die Hoffnung auf eine sinnvolle Erklärung, warum er es nicht macht. Angesprochen habe ich es dann doch.
Es bewirkt halt irgendwie gerade das Gegenteil, was er tut, egal aus welchem Grund. Ist doch logisch. Ich habe ihn vor über einem Monat darum gebeten. Habe ihm erklärt dass mir das irgendwie ein wenig unangenehm ist, und ob er das doof findet oder sonstwas. Dadurch dass er es bis heute nicht gemacht hat, habe ich das Gefühl, ihm im Grunde genommen doch egal und wertlos zu sein. Er sagt er will es 1000%ig machen, also erst mal schönes Papier besorgen und sonst was. Mal ganz abgesehen davon, dass das ja auch keine große Sache ist, etwas Papier zu kaufen, finde ich das nicht wichtig. Mir wäre lieber gewesen, er hätte auf meine E-Mail direkt geantwortet. Oder mir direkt nach dem Wochenende, an dem er daheim war (und ich ihn per E-Mail dazu gebeten habe und die Fragen geschickt habe), das Geschriebene mitgebracht.
Meine erste Reaktion war dann am freitag eigentlich, dass ich es nicht mehr will. Dass ich es ihm ohnehin nicht glauben würde. Wenn ich jemanden dreimal um etwas bitten muss, was mir derart wichtig ist... dann glaube ich nach einer Weile einfach, dass derjenige es nur macht weil ich ihn so dazu dränge. Ich hatte Angst dass er sich eh nur was aus den Fingern saugt oder was weiß ich...
Aber als er dann ehrlich betroffen war und sich wirklich entschuldigt hat... und so traurig und gleichzeitig sauer auf sich aussah.. konnte ich einfach nicht mehr so enttäuscht sein wie ich es war. Ich denke er schreibt noch was... irgendwann... ich hoffe, diese Woche. Ich glaube ich habe ihm verdeutlicht dass er mit dem wie er es macht, alles eher verschlimmert statt mir zu helfen. Ich kriege doch mit, wie er seinen Tag verbringt... ich sehe doch, was ihm alles wichtiger ist als ich. Wenn es um seinen Rechner ginge, wäre es scher kein Problem, in die Innenstadt zu gehen und etas zu kaufen. Aber bei dem Papier für mich geht das dann nicht... wobei wie gesagt ich ja nicht finde dass das nötig wäre, aber er will sowas halt wenn dann auf richtig schönes Papier schreiben.
Ich sag ja nicht dass er sich den ganzen Tag mit mir beschäftigen soll, aber wenn es doch etwas so wichtiges für mich ist... wieso kann er dann nicht etwas anderes zurückstellen... ich komme mir so zweitrangig vor. Und dann fühle ich mich bestätigt in der Annahme, dass ich unwichtig und wertlos bin. Wie auch immer---

Zitat:
Warum müssen Sie denn irgendwo herausragen?

Es muss doch irgendetwas geben, dass mich für ihn besonders macht, so war das gemeint. Irgendetwas, das er an mir schätzt und besser findet als bei einer anderen. Sonst könnte er ja auch jede beliebige andere nehmen oder nicht? Irgendetwas muss es doch geben... umgekehrt gibt es da so viel, finde ich...

Zitat:
Vermutlich versuchen Sie einen Weg, um aus der Depression herauszukommen. Dabei erhoffen Sie sich durch ein besseres Aussehen sich auch wieder besser zu fühlen. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass die Depressionen eine andere Ursache haben, daher wäre es sinnvoller, sich dieser Ursache zu widmen, da sonst tatsächlich eine Essstörung entstehen kann.

Eine Essstörung habe ich denke ich sowieso. Nur nicht mehr in der Art wie früher, wo ich ziemlich gehungert habe und 3mal am Tag auf der Waage stand. Kontrolle muss ich trotzdem haben, meistens jedenfalls. Und es macht mich immernoch stolz, wenn ich abnehme. Es ist nur nicht mehr so drogenhaft wie früher - da war mein ganzer Tag versaut wenn ich morgens eine zunahme zu verbuchen hatte. Und wenns nur 200g waren. Und umgekehrt ein totales Hochgefühl, Stolz und Freude. Und dass ich seit November 2-3kg abgenommen habe, macht mich schon stolz, aber es ist nicht so extrem wie früher. Mal ganz abgesehen davon dass ich nicht Hungere, sondern mich gesund ernähre und Sport mache.
Aber so sehr wie ich auf Essen achte, Kalorien zähle usw. würde ich schon nach wie vor von ner leichen Essstörung sprechen.
Depressiv war ich in letzter Zeit kaum noch. Wobei ich denke dass das daran liegt, dass ich stolz auf meine Leistung bin. Ich nehme selten zu viele Kalorien oder Fett zu mir und mache viel Sport in letzter Zeit. Das macht mich immer unglaublich stolz. Und dadurch dass ich mich dann so darüber freue und das Gefühl habe, etwas gutes für meinen Körper zu tun, fühle ich mich gleich hübscher. Und bin nicht mehr depri. Oder zumindest seltener und weniger extrem.

So jetzt haben Sie eien Riesenroman Embarassed
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: So Mai 20, 2007 9:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

So und jetzt mal ein Auszug des Briefes von meiner Mutter:

"[...] Mir geht immer wieder unser Gespräch durch den Kopf, über deine 'psychischen' Probleme, was man ja wohl so nennen darf. Ich denke, dir und auch *** [großer Bruder] war die 'Ankunft' von *** [kleiner Bruder] für eure weitere Entwicklung zum einen zwar schon hilfreich, zum anderen aber doch hinderlich. Und zwar dahingehend, dass ich euch nicht mehr so weiter fördern und festigen konnte, wie es bis dahin der Fall war! Ich hatte mich ja schon intensiv mit und um euch gekümmert! Wir haben zusammen gelesen, gesungen (weißt du noch Samstagsmorgens?) sogar gebastelt, Picknick im Garten oder in der Puppenecke. Mir fallen da schon viele schöne Sachen ein, meistens nur leider ohne *** [mein Vater]. Darin sehe ich schonmal ein Problem. Aber jetzt im Nachhinein lässt's sich eh nicht mehr ändern! Sei's drum, ich denke eure Kindheit war trotzdem o.k. In meinen Erinnerungen ist es nur so, dass ich mich an dich als Kind bis ca. Kommunionsalter, dann aber erst als fast erwachsen erinnern kann. In diese Lücke fällt zum einen das traurige Jahr der 3 Todesfälle in meiner Familie und zum anderen ***[kleiner Bruder]'s Ankunft. Auch diese Tatsachen haben mit Sicherheit Spuren hinterlassen. Wenn ich allein an das schreckliche Jahr der Trauer denke, das kann eigentlich nicht spurlos an euch vorübergegangen sein. Ich weiß noch, dass du neben mir am Telefon standest als ***[Onkel mütterlicherseits] mir vom Selbstmord von ***[Onkel mütterlicherseits] erzählte. Und als ich entsetzt ausrief: 'aufgehängt?' und du mich anschließend gefragt hast, das das heißen würde...
Alles in allem meine ich jedenfalls, dass es viele Gründe geben kann, warum man psychische Probleme bekommt. Ich hatte in deinem Alter eigentlich genau die gleichen Symptome wie du... die Hintergründe waren anderer Natur. [...]
Ich hoffe, du hast kein schlimmes oder prägendes Erlebnis gehabt, was der Ursprung deiner Probleme sein könnte. Wenn ja, kann ich dir nur raten zu einem Fachmann zu gehen. Wenn nein, was ich hoffe, wirst du im Laufe der Zeit durch deine Erfolge im Leben, die du bestimmt haben wirst ins richtige Lot kommen. Von meiner Seite aus kann ich dir sagen, dass DU einer der Erfolge meines Lebens bist! Ich bin stolz darauf, so eine Tochter zu haben: hübsch, attraktiv, intelligent, sehr charmant und höflich, redebegabt bis Quasselstrippe, künstlerisch absolut förderungswürdig (was halt leider nicht ganz so klappt wg. Geldmangel). Weißt du oder kannst du dir irgendwie vorstellen, wie man sich als Mutter fühlt, in dem Bewusstsein: das ist aus meinem bauch gewachsen! Dieser Mensch, dieser tolle Mensch war (+ ist noch ein bisschen) ein Teil von mir... in ihm werde ich weiterleben, auch wenn ich mal sterbe! Entschuldige meine schlechte Schrift! Habe dich furchtbar lieb - Deine Mama"

Ich hoffe Sie können nachvollziehen dass ich in einem so offenen Forum keine Namen nennen möchte.
Der Brief hat mich sehr gerührt. Am Ende kamen mir natürlich auch wieder Tränen (ich bin sehr nah am Wasser gebaut).
Ich denke nicht dass ich ein 'prägendes' Erlebnis hatte, wie sie es meint. Ich vermute einfach mal, dass sie einen Missbrauch oder ähnliches meint. Nie. Jedenfalls nicht dass ich mich erinnern würde.
Was sie im Brief anspricht, könnte eher sein. An das mit den Todesfällen erinnere ich mich nicht. Was ich noch weiß, ist dass mein Vater selten etwas mit uns unternommen hat. Er war immer kegeln. Immer war am Wochenende irgendein Spiel. Als Kind hat mich das glaube ich nicht weiter gestört, im Nachhinein finde ich es blöd von ihm. Wenn man mich als Kind gefragt hat, was mein Vater denn arbeite (Im KiGa zum beispiel), war meine Antwort promt: 'Mein Papa ist Kegler!'. Dass ich wegen Thomas irgendwie eifersüchtig oder so war, ist mir im Nachhinein auch klar. Es gab eine Zeit, da konnte/wollte ich nicht alleine schlafen. Da war ich elf/zwölf...! Ich hatte Abends immer so ein beklemmendes Gefühl und mir war schlecht, das weiß ich noch. Daran erinner ich mich gut. Das war ein schreckliches Gefühl... dieses Gefühl, der Kloß im Hals, wenn man weinen muss. Aber weinen konnte ich irgendwie auch nicht bzw davon wurde es nicht besser. Ich wusste nicht wie ich es wegbekommen sollte, es war wie Heimweh. War ich aber unten bei meiner Mutter im Bett gelegen, war es weg. Ich habe mich glaube ich einsam und verlassen oben gefühlt. Mein Zimmer war im 2.OG, die Wohnung meiner Eltern im EG.
Keine Ahnung... irgendwann war es auch einfach weg. Ich weiß nicht mehr wann oder ob es einen Grund gab.
Aber ich bin eigentlich eh der Meinung, an der Vergangenheit kann man nichts ändern, und solange ich nichts habe, was mich an ihr total stört oder belastet, kanns ja nicht so schlimm gewesen sein. Ich sollte halt irgendwie mein Selbstbewusstsein aufpeppeln. Warum es so gering ist, ist ja an sich irrelevant. Mehr oder weniger. Aber wie gesagt es ist ja eigentlich schon besser geworden seit meinem Auszug vor knapp 2 Jahren. In einer fremden Stadt einen komplett neuen Feundeskreis aufbauen, in der Gewissheit, die Leute mögen mich wegen mir und nicht wegen meines Freundes (in meinen alten Freundeskreis bin ich durch meinen ersten Freund reingerutscht), und allgemein das Gefühl auf eigenen Füßen zu stehen und das Leben im Griff zu haben.

So jetzt haben Sie aber wirklich genug zu lesen... entschuldigung...

Viele Grüße

Bee
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 21, 2007 5:52 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bee,

Zitat:
Also erst einmal, ich denke ich sollte mir wirklich eine Theatergruppe suchen. Leider hab ich momentan gar keine Zeit für sowas, aber vielleicht dann im Sommer oder so...


Fände ich toll, wenn Sie das machen. Sie können jetzt ja schon mal Adressen heraussuchen oder sich vormerken lassen, damit das nicht im Alltag verloren geht und dann nach den Sommerferien anfangen mitzumachen.

Wie war es für Sie, zu den einzelnen Punkten etwas zu schreiben?


Zitat:
das ist schwerer als die erste Frage. Da kam es einfach so rausgesprudelt.
Stolz... ich bin grundsätzlich selten stolz auf mich. Meist, weil ich das, worauf ich vielleicht stolz sein könnte, schlecht mache und herabstufe. Blödes Beispiel aus dem Alltag: Ich habe eine Übungsaufgabe aus der Vorlesung Datenbanken2, die wirklich teilweise nicht ohne sind, alleine hinbekommen. Bei denen davor habe ich oft meinen Freund ein wenig um Rat fragen müssen, aber diese Aufgabe habe ich allein geschafft. Es war die erste, die ich ganz ohne Hilfe hinbekam. Einerseits war ich dann stolz drauf, andererseits hab ich dann aber auch gedacht, dass jeder andere vermutlich schneller und besser war bzw die vorherigen Aufgaben ohne Hilfe gelöst hat. Aber sowas meinten Sie vermutlich ja nicht.

Ich finde das gar kein blödes Beispiel. Es ist wichtig, dass man sich für solche Dinge selbst loben kann und stolz auf sich sein kann. Warum müssen es immer große Dinge sein? Darf man sich nur bei großen Dingen etwas Gutes tun? Wo steht das, dass man das nicht auch andauernd bei kleinen Dingen machen darf? Ein Weg zu einem guten Selbstbewertgefühl ist es sich selber immer und immer wieder zu loben.

Zitat:
ich weiß nicht so recht...
bei allen Fragen würden mir negative Dinge schneller einfallen, ist das normal?
Warum liebt mein Freund mich... vermutlich weil er der Meinung ist wir passen gut zusammen. Keine so gute Antwort jetzt. Weil ich lieb und süß bin, sagt er. Und hübsch und intelligent.
Warum werde ich von meinen Freunden gemocht? Kein Plan, ich bin ab und an mal ziemlich lustig, bin halt auch einfach nicht so 'tussig', deswegen komme ich auch meist sogar besser mit Männern klar als mit Frauen. Kommt aber auf die Frau an.

Hier gibt es bestimmt noch hunderte von Kleinigkeiten, die Sie liebenswert machen. Dies können kleine Gesten oder Gesichtsausdrücke sein, Aufmerksamkeiten ihrerseits, häufig sind es ja gerade die unperfekten Dinge, die einen für andere Leute liebenswert machen.

Zitat:
So... habe das gestern und heute geschrieben. Ich wollte halt eigentlich warten, bis ich das von meinem Freund noch habe, um das direkt danach mitzuposten. Aber das hab ich immernoch nicht.
Ich war am Freitag deshalb auch ein wenig verzweifelt. Einerseits wollte ich mich nicht nocheinmal überwinden müssen, ihn darauf anzusprechen. Andererseits hatte ich das Gefühl, wenn ich es nicht tue, macht ers gar nicht. Und da war die Hoffnung auf eine sinnvolle Erklärung, warum er es nicht macht. Angesprochen habe ich es dann doch.
Es bewirkt halt irgendwie gerade das Gegenteil, was er tut, egal aus welchem Grund. Ist doch logisch. Ich habe ihn vor über einem Monat darum gebeten. Habe ihm erklärt dass mir das irgendwie ein wenig unangenehm ist, und ob er das doof findet oder sonstwas. Dadurch dass er es bis heute nicht gemacht hat, habe ich das Gefühl, ihm im Grunde genommen doch egal und wertlos zu sein. Er sagt er will es 1000%ig machen, also erst mal schönes Papier besorgen und sonst was. Mal ganz abgesehen davon, dass das ja auch keine große Sache ist, etwas Papier zu kaufen, finde ich das nicht wichtig. Mir wäre lieber gewesen, er hätte auf meine E-Mail direkt geantwortet. Oder mir direkt nach dem Wochenende, an dem er daheim war (und ich ihn per E-Mail dazu gebeten habe und die Fragen geschickt habe), das Geschriebene mitgebracht.
Meine erste Reaktion war dann am freitag eigentlich, dass ich es nicht mehr will. Dass ich es ihm ohnehin nicht glauben würde. Wenn ich jemanden dreimal um etwas bitten muss, was mir derart wichtig ist... dann glaube ich nach einer Weile einfach, dass derjenige es nur macht weil ich ihn so dazu dränge. Ich hatte Angst dass er sich eh nur was aus den Fingern saugt oder was weiß ich...
Aber als er dann ehrlich betroffen war und sich wirklich entschuldigt hat... und so traurig und gleichzeitig sauer auf sich aussah.. konnte ich einfach nicht mehr so enttäuscht sein wie ich es war. Ich denke er schreibt noch was... irgendwann... ich hoffe, diese Woche. Ich glaube ich habe ihm verdeutlicht dass er mit dem wie er es macht, alles eher verschlimmert statt mir zu helfen. Ich kriege doch mit, wie er seinen Tag verbringt... ich sehe doch, was ihm alles wichtiger ist als ich. Wenn es um seinen Rechner ginge, wäre es scher kein Problem, in die Innenstadt zu gehen und etas zu kaufen. Aber bei dem Papier für mich geht das dann nicht... wobei wie gesagt ich ja nicht finde dass das nötig wäre, aber er will sowas halt wenn dann auf richtig schönes Papier schreiben.
Ich sag ja nicht dass er sich den ganzen Tag mit mir beschäftigen soll, aber wenn es doch etwas so wichtiges für mich ist... wieso kann er dann nicht etwas anderes zurückstellen... ich komme mir so zweitrangig vor. Und dann fühle ich mich bestätigt in der Annahme, dass ich unwichtig und wertlos bin. Wie auch immer---
Ich weiß nicht ob ich mich täusche, aber ich habe das Gefühl, dass Sie schon selbstbewusster geworden sind. Am Anfang haben Sie ja gezögert, waren ängstlich und verunsichert, Ihren Freund um diesen Gefallen zu bitten. Indem was Sie jetzt schreiben höre ich raus, dass Sie viel mehr wissen was Sie wollen. Sie zeigen deutlich, dass es Ihnen wichtig ist und das Sie dies von Ihrem Freund erwarten können. Sie sind hartnäckig, weil es Ihnen wichtig ist und zeigen so, dass Sie sich etwas wert sind. Gut gemacht!

Zitat:
Es muss doch irgendetwas geben, dass mich für ihn besonders macht, so war das gemeint. Irgendetwas, das er an mir schätzt und besser findet als bei einer anderen. Sonst könnte er ja auch jede beliebige andere nehmen oder nicht? Irgendetwas muss es doch geben... umgekehrt gibt es da so viel, finde ich...

Ich verstehe was Sie meinen. Wenn es nun aber gar nicht so ist, dass er etwas an Ihnen besser findet als an anderen (im Sinne von besonders toll), sondern dass es eher die Passung ist, die ihm gefällt? Es ist vielleicht mit einem Schlüssel und einem Schloss zu vergleichen. Es muss eben der richtige Schlüssel sein, der mit seinen Zacken ins Schloss passt. Es mit nicht besonders groß, besonders schön oder besonders auffällig sein, der muss eben nur zu den Gegebenheiten des Schlosses passen.

Zitat:
Eine Essstörung habe ich denke ich sowieso. Nur nicht mehr in der Art wie früher, wo ich ziemlich gehungert habe und 3mal am Tag auf der Waage stand. Kontrolle muss ich trotzdem haben, meistens jedenfalls. Und es macht mich immernoch stolz, wenn ich abnehme. Es ist nur nicht mehr so drogenhaft wie früher - da war mein ganzer Tag versaut wenn ich morgens eine zunahme zu verbuchen hatte. Und wenns nur 200g waren. Und umgekehrt ein totales Hochgefühl, Stolz und Freude. Und dass ich seit November 2-3kg abgenommen habe, macht mich schon stolz, aber es ist nicht so extrem wie früher. Mal ganz abgesehen davon dass ich nicht Hungere, sondern mich gesund ernähre und Sport mache.
Aber so sehr wie ich auf Essen achte, Kalorien zähle usw. würde ich schon nach wie vor von ner leichen Essstörung sprechen.
Depressiv war ich in letzter Zeit kaum noch. Wobei ich denke dass das daran liegt, dass ich stolz auf meine Leistung bin. Ich nehme selten zu viele Kalorien oder Fett zu mir und mache viel Sport in letzter Zeit. Das macht mich immer unglaublich stolz. Und dadurch dass ich mich dann so darüber freue und das Gefühl habe, etwas gutes für meinen Körper zu tun, fühle ich mich gleich hübscher. Und bin nicht mehr depri. Oder zumindest seltener und weniger extrem.

So werden Sie ja abhängig von den Ausmaßen und dem Gewicht Ihres Körpers. Irgendwann geht es ja nicht mehr weiter nach unten und dann? Worauf Sie stolz sein können ist Ihre Selbstdisziplin, die kann man aber auch in anderen Bereichen ausleben, nicht nur beim Essen. Auch dort können Sie dann stolz auf sich sein.


Zitat:
Der Brief hat mich sehr gerührt. Am Ende kamen mir natürlich auch wieder Tränen (ich bin sehr nah am Wasser gebaut).


Ich fand das auch einen sehr lieben Brief. Sie können froh sein, eine solche Mutter zu haben.

Zitat:
Aber ich bin eigentlich eh der Meinung, an der Vergangenheit kann man nichts ändern, und solange ich nichts habe, was mich an ihr total stört oder belastet, kanns ja nicht so schlimm gewesen sein. Ich sollte halt irgendwie mein Selbstbewusstsein aufpeppeln. Warum es so gering ist, ist ja an sich irrelevant. Mehr oder weniger


Da haben Sie recht. Für viele ist die Vergangenheit jedoch immer ein Quell der Unsicherheit, aus diesem Grund ist es für viele Menschen wichtig zu wissen, warum Sie so sind wie sie sind. Das Sie das nicht zu wissen brauchen deutet auch darauf hin, dass Sie in diesem Punkt schon ausreichend Selbstsicherheit haben.

Ich könnte mir vorstellen, dass durch die Aufgabe, sich um Ihren Bruder kümmern zu müssen, uns die Todesfälle ihre Mutter ziemlich mit sich und ihren Dingen beschäftigt war und Sie gemerkt haben, dass Sie Ihrer Mutter dadurch helfen können, indem sie versuchen sie nicht noch mehr zu belasten. Daher haben Sie vermutlich viele Dinge mit sich ausgemacht, wo sie sich sonst an Ihre Mutter gewandt hätten. Und dies bedeutete, dass sie selber wenig Unterstützung hatten, Ihre Probleme selbstsicher zu bewältigen.
Macht das Sinn?

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
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Bee
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Anmeldungsdatum: 30.03.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: Mo Mai 21, 2007 9:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Brunhoeber,

Zitat:
Sie können jetzt ja schon mal Adressen heraussuchen oder sich vormerken lassen, damit das nicht im Alltag verloren geht und dann nach den Sommerferien anfangen mitzumachen

Das ist eine sehr gute Idee! Sonst schiebe ich das doch nur wieder vor mir her oder der Alltag verschluckt es.

Zitat:
Wie war es für Sie, zu den einzelnen Punkten etwas zu schreiben?

Teilweise schwierig, mir selbst Stärken einzuräumen. Nicht dass ich das nie tun würde. Aber nicht in dem Ausmaß eben.
Aber ansonsten hat es schon auch gut getan... man sollte sich eben eher seine Stärken als seine Schwächen bewusst machen, bzw beides zu gleichen Teilen im Kopf haben. Sonst wird man überheblich.
Ich sollte versuchen, weniger schnell solche Dinge wie das genannte Beispiel schlecht zu machen im Geiste.

Zitat:
Hier gibt es bestimmt noch hunderte von Kleinigkeiten, die Sie liebenswert machen. Dies können kleine Gesten oder Gesichtsausdrücke sein, Aufmerksamkeiten ihrerseits, häufig sind es ja gerade die unperfekten Dinge, die einen für andere Leute liebenswert machen.

Ich finde es aber unglaublich schwer, sowas für sich selbst zu sehen. Aber ich denke auch dass es da mehr gibt...

Zitat:
Sie zeigen deutlich, dass es Ihnen wichtig ist und das Sie dies von Ihrem Freund erwarten können. Sie sind hartnäckig, weil es Ihnen wichtig ist und zeigen so, dass Sie sich etwas wert sind. Gut gemacht!

Danke Smile
Es hat auch was gebracht... mein Freund hat sich dann dieses Wochenende wirklich hingesetzt und etwas geschrieben Smile

Zitat:
Es muss eben der richtige Schlüssel sein, der mit seinen Zacken ins Schloss passt. Es mit nicht besonders groß, besonders schön oder besonders auffällig sein, der muss eben nur zu den Gegebenheiten des Schlosses passen.

Das ist auch wieder wahr. Aber es gibt trotzdem Dinge, die mich für ihn persönlich besonders machen (für andere wäre das vl. nicht der Fall, das ist mir ja dann aber auch egal)

Zitat:
So werden Sie ja abhängig von den Ausmaßen und dem Gewicht Ihres Körpers. Irgendwann geht es ja nicht mehr weiter nach unten und dann? Worauf Sie stolz sein können ist Ihre Selbstdisziplin, die kann man aber auch in anderen Bereichen ausleben, nicht nur beim Essen. Auch dort können Sie dann stolz auf sich sein.

Mmmh... ich weiß ja nicht, ab wann es nicht mehr weitergeht, aber sagen wir mal so, ich habe eine persönliche Grenze, die ich nicht unterschreiten werde (51kg bei 1,57m). Mh wie erklärt man das... wenn ich ungezügelt esse bzw gar nicht darauf achte, was ich esse, dann esse ich oft automatisch einfach zu viel. Das führt dann aber dazu, dass ich mich unwphl fühle, zumindest wenn es mindestens 2-3 Tage der Fall ist. Wenn ich dann auch noch keinen Sport mache, also nicht wenigstens einmal die Woche, komme ich mir total faul vor. Ich werde dann einfach missmutig. Und wenn ich das Gefühl habe, sportlich zu sein und mich gesund zu ernähren, fühle ich mich wohler. Das wirkt sich auch auf meine Ausstrahlung aus, habe ich festgestellt.
Aber vl. sollte ich das Wiegen etwas einschränken, um mich von den Zahlen ein wenig zu lösen? Was weiß ich, nur noch 1-2mal die Woche zum Beispiel.

Zitat:
Ich könnte mir vorstellen, dass durch die Aufgabe, sich um Ihren Bruder kümmern zu müssen, uns die Todesfälle ihre Mutter ziemlich mit sich und ihren Dingen beschäftigt war und Sie gemerkt haben, dass Sie Ihrer Mutter dadurch helfen können, indem sie versuchen sie nicht noch mehr zu belasten. Daher haben Sie vermutlich viele Dinge mit sich ausgemacht, wo sie sich sonst an Ihre Mutter gewandt hätten. Und dies bedeutete, dass sie selber wenig Unterstützung hatten, Ihre Probleme selbstsicher zu bewältigen.
Macht das Sinn?

Ja, das klingt logisch... wobei mir das jetzt nicht bewusst aufgefallen wäre. Aber da sind meiner Erinnerungen einfach auch zu schlecht glaube ich. Außerdem, wie Sie schon vermutet haben, habe ich mich sehr um meinen kleinen Bruder gekümmert. Klar, für ein Mädchen in dem Alter ist das ja eine lebendige Puppe, sozusagen. Nicht dass ich ihn wie eine behandelt hätte !! Aber es hat mir natürlich Spaß gemacht, auf ihn aufzupassen. Ich glaube, meine kleine Welt bestand in dem Alter um die 8/9 rum zum Großteil aus meinem kleinen Bruder Very Happy

Ich weiß nicht, ob man es merkt, aber mir geht es heute wirklich sehr gut. Ich hatte heute morgen ein, nach meinem Gefühl, erfolgreiches Vorstellungsgespräch für ein Praktikum. Ich habe eine Aufgabe, die mir gestellt wurde, hinbekommen. Darauf bin ich jetzt auch stolz übrigens Very Happy. Außerdem wurde gleich dreimal betont, dass sie positiv von mir überrascht seien. Sowas kann einen ja nur aufbauen...
Naja und außerdem hat ja mein Freund wie gesagt am Wochenende den Brief geschrieben.
Der Brief war schön formuliert und echt schön zu lesen. Ich schreibe hier aber nur stichpunktartig die Aussagen auf:
- er ist fasziniert von meiner Menschenkenntnis, vor allem ihm gegenüber (von Anfang an, und auch wie ich mit ihm umgehe wenn er schlecht drauf ist)
- er findet, ich habe eine tolle Ausstrahlung auch wenn ich das vermutlich seiner Meinung nach gar nicht so wahrnehme (da hat er recht)
- er findet es schade dass ich nicht öfter auf meinem Instrument spiele (interessant dass er es anspricht, habe ich selbst ja auch getan), und dass - er findet dass ich schön spiele und er es keineswegs schlecht findet oder schlimm wenn ich mich mal verspiele
- er würde mich gerne auf der Bühne sehen (von den bisherigen Auftritten gibt es auch videos, ich hab die nur nicht), und ich habe ihn sehr neugierig gemacht als wir uns mal länger über das Thema unterhalten haben
- er hält mich außerdem für überaus intelligent, auch wenn ich immer wieder versuchen würde, ihm vom Gegenteil zu überzeugen; ich sei neugierig, denke mit, interessiere mich an neuem - das seien Fähigkeiten/Fertigkeiten, die nicht jeder hat und die er sehr an mir schätze

Sein Abschlusssatz ist sehr lieb:
"Das alles ist eine Kombination, die dich so wunderbar und einzigartig macht und die ich so sehr liebe!"

Auf jeden Fall hat mich das sehr gefreut, auch wenn es jetzt etwas verspätet war... er hat allgemein ein wenig Probleme, seinen Hintern hochzubekommen. Und ich bin halt auch ziemlich empfindlich wenns um die Beachtung meiner selbst geht.
Zum Beispiel bin ich auch extrem anhänglich. Das muss ich auch zwingend in den Griff kriegen... aber ich vermute mal dass das alles in sich zusammenhängt...

Viele Grüße und vielen Dank

Bee
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