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Ständiges in den Spiegel schauen - Problem überwinden?
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miezii
alter Hase


Anmeldungsdatum: 16.08.2006
Beiträge: 1042

BeitragVerfasst am: Di Okt 24, 2006 12:24 pm    Titel: Ständiges in den Spiegel schauen - Problem überwinden? Antworten mit Zitat

hallo herr brunhoeber,

vor einiger zeit hatte ich ja schon mal einen thread eröffnet, in dem es um mein Problem ging, dass ich mich hässlich finde, manchmal Probleme zu Hause habe und Schwierigkeiten damit habe, mit meinen Gefühlen umzugehen.
Seitdem ist ja ein bisschen Zeit vergangen...Ich bin nicht mehr mit meinem Freund zusammen (nach 16 Monaten), das Problem mit der Essstörung meiner Schwester ist denke ich gleich geblieben, es gab wieder einen Zwischenfall bei dem meine Schwester total besoffen war und ich auch Schuld dafür bekam, ich habe einen neuen Freundeskreis gefunden und darunter auch einen Jungen, mit dem sich was am anbahnen ist.

Allerdings habe ich Angst, dass ich zu hässlich für ihn bin, weil seine Exfreundin hübsch ist und von allen begehrt wird. Er meint zwar er wäre froh dass er jmd. gefunden hat, der anders ist als seine Exfreundin, aber ich habe trotzdem Angst...z.B. dass meine Brüste zu klein sind oder sowas. Is zwar eigentlich total idiotisch aber so denke ich eben.

Meine Situation hat sich aber schon gebessert. Ich fühle mich nur noch selten richtig grottenhässlich, ansonsten finde ich mich ganz in Ordnung. Ich habe nur noch ein Problem damit, herauszufinden, wie ich wirklich aussehe. Denn manchmal finde ich meine Augen groß, dann wieder klein, manchmal finde ich meine Nase riesig, dann wieder normal groß. Habe also Schwierigkeiten damit, mir ein Bild von mir selbst zu bilden.

Mein Problem im moment ist aber besser geworden, seitdem ich wieder Freunde habe und was unternehme und Spass haben kann Smile dann denke ich nicht so viel an mein Aussehen bzw. denke, dass es ja ganz okay so ist. Manchmal kommt jedoch noch so ein Gefühl, wo ich denke, dass ich doch eigentlich gar nicht so glücklich sein darf, weil ich ja gar nicht richtig schön bin... das ist zwar total dumm, aber ich denke manchmal so...

Mein größtes Problem ist aber das ständige in den Spiegel schauen, das ich oft nicht vermeiden kann... was kann ich dagegen tun? denn gestern habe ich mal ausprobiert, wie es ist, nicht so oft in den Spiegel zu sehn, und da ging es mir besser.

Lg
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Mi Okt 25, 2006 5:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo miezii,

schön das es Ihnen besser geht.

Zitat:
Allerdings habe ich Angst, dass ich zu hässlich für ihn bin, weil seine Exfreundin hübsch ist und von allen begehrt wird. Er meint zwar er wäre froh dass er jmd. gefunden hat, der anders ist als seine Exfreundin, aber ich habe trotzdem Angst...z.B. dass meine Brüste zu klein sind oder sowas. Is zwar eigentlich total idiotisch aber so denke ich eben.


Warum ist die Beziehung denn zu seiner Ex auseinander gegangen? Was würden Sie sagen, sind denn Ihre Vorzüge gegenüber seiner Exfreundin?

Zitat:
Meine Situation hat sich aber schon gebessert. Ich fühle mich nur noch selten richtig grottenhässlich, ansonsten finde ich mich ganz in Ordnung. Ich habe nur noch ein Problem damit, herauszufinden, wie ich wirklich aussehe. Denn manchmal finde ich meine Augen groß, dann wieder klein, manchmal finde ich meine Nase riesig, dann wieder normal groß. Habe also Schwierigkeiten damit, mir ein Bild von mir selbst zu bilden.

Ist das ein realistisches Ziel zu wissen, wie Sie aussehen? Ich selber sehe mich auch immer unterschiedlich im Spiegel, wie es alle Leute tun. Die Wahrnehmung ist nicht nur die reine Reflektion des Körpers im Spiegel, sondern wird von viel mehr Dingen beeinflusst.

Die Suche nach dem „wahren Aussehen“ ist eine vergebliche Suche, die durch zwanghaftes in den Spiegel schauen, fotografieren und filmen nicht gelöst werden kann, da die Wahrnehmung und Bewertung des Aussehens durch eine Vielzahl von Gegebenheiten wie Tagesverfassung, Müdigkeit, Emotionen, Stress, Selbstwertgefühl beeinflusst wird und daher bei der Person selber und auch bei anderen Personen nie gleich ausfällt. Sie müssen sich mit der Tatsache abfinden, dass Sie nie das „einzig wahre Aussehen“ finden werden, da es dieses nicht gibt.
Sie können ja mal folgenden Versuch machen:
Stellen Sie sich vor den Spiegel und schließen Sie die Augen. Erinnern Sie sich dann an eine Situation, in der Sie sehr stolz auf sich gewesen sind. Stellen Sie sich diese Situation in allen Einzelheiten vor, damit die Erinnerung möglichst stark ist. Dann machen Sie die Augen auf und schauen in den Spiegel. Bewerten Sie dann auf einer Skala von 0-10 (0 = gar nicht hässlich bis 10 =sehr hässlich) Ihr Aussehen. Dann schließen Sie wieder die Augen und stellen sich eine Situation vor, die sehr schlimm für Sie war und Sie sich sehr geschämt haben und hässlich gefühlt haben. Stellen Sie wieder die Situation genau vor, so dass Sie sich möglichst gut hineinversetzen können. Öffnen Sie dann wider die Augen und schauen in den Spiegel und schätzen Sie wieder auf einer Skala von 0-10 ein, wie hässlich Sie sich finden.
Bewerten Sie sich in beiden Situationen unterschiedlich? Wenn ja, wie könnte man das dann erklären?

Zitat:
Mein Problem im moment ist aber besser geworden, seitdem ich wieder Freunde habe und was unternehme und Spass haben kann dann denke ich nicht so viel an mein Aussehen bzw. denke, dass es ja ganz okay so ist. Manchmal kommt jedoch noch so ein Gefühl, wo ich denke, dass ich doch eigentlich gar nicht so glücklich sein darf, weil ich ja gar nicht richtig schön bin... das ist zwar total dumm, aber ich denke manchmal so...


Dürfen nur Menschen die richtig hübsch sind glücklich sein? Was muss man Ihrer Meinung nach erfüllen, damit man glücklich sein darf?

Zitat:
Mein größtes Problem ist aber das ständige in den Spiegel schauen, das ich oft nicht vermeiden kann... was kann ich dagegen tun? denn gestern habe ich mal ausprobiert, wie es ist, nicht so oft in den Spiegel zu sehn, und da ging es mir besser.

Ich glaube wenn Sie es schaffen, sich damit aufzufinden, dass Sie nie wirklich sicher sein können wie Sie aussehen und Sie akzeptieren können, dass man an dem einen Tag so und am anderen Tag sich wieder so sieht, haben Sie einen wichtigen Schritt in die Richtung gemacht, nicht mehr so häufig in den Spiegel schauen zu müssen. Ich habe ja im Forum die nachstehenden Regeln zum Umgang mit Spiegeln veröffentlicht. Wenn Sie es schaffen, sich daran zu halten, sollte es auch besser werden.

Dos and don´ts des Spiegelgebrauchs (Veale, 2001)
Schauen Sie in den Spiegel immer aus leichter Entfernung, gehen Sie nicht zu nah heran.

Benutzen Sie Spiegel, die möglichst groß sind und die den größten Teil Ihres Körpers zeigen.

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Reflektionen im Spiegel und nicht auf ihre Gefühle.

Benutzen Sie den Spiegel nur grundlegende Dinge wie z.B. für rasieren oder schminken und dann auch nur für eine begrenzte Zeit.

Schauen Sie sich in verschiedenen Spiegeln mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen an, anstelle nur in einen zu schauen, dem man „traut“.

Schauen Sie sich Ihr ganzes Gesicht an und nicht nur bestimmte Bereiche.
Benutzen Sie keine uneindeutigen reflektierenden Oberflächen wie Fenster, CDs, Messer usw.

Benutzen Sie keine Spiegel, die vergrößern.

Benutzen Sie keinen Spiegel, wenn Sie sich schlecht oder depressiv fühlen: Versuchen Sie den notwenigen Gebrauch herauszuzögern, bis Sie sich wieder besser fühlen und lenken Sie sich durch andere Dinge ab, bis der Drang in den Spiegel verschunden ist.
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miezii
alter Hase


Anmeldungsdatum: 16.08.2006
Beiträge: 1042

BeitragVerfasst am: Di Jan 02, 2007 1:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also Herr Brunhoeber,
Ich war schon länger nicht mehr hier, weil ich keinen Bedarf dazu hatte.
Mein Zustand hat sich schon im Gegensatz zu früher finde ich verbessert. Ich bin nicht mehr so oft am weinen wegen meinem Aussehen und habe teilweise eingesehen, dass die Dysmo im Kopf und z.T. durch andere Mitmenschen ensteht und nicht durch das eigene Aussehen. Ich weiß, dass ich nicht dick bin, wie ne Zeit lang ein paar magersüchtige bescheuerte Mädchen meiner Klasse behaupteten.
Trotzdem habe ich noch einige Probleme, mein Leben in den Griff zu bekommen. Ich fühle mich so überfordert mit allem.
Mit meinem Körper hab ich so gut wie kein Problem, find ihn ganz okay, klar, ein paar Problemzonen hat jeder.
Mein Gesicht stört mich aber. Ich finde meine Nase nicht schön und das fliehende Kinn, dadurch wirkt mein Gesicht insgesamt irgendwie nicht schön. Ich würde nicht behaupten, dass mein Gesicht grottenhässlich ist, es gefällt mir aber nicht und ich muss es oft im Spiegel betrachten... Dieses ständige im Spiegel betrachten ist echt schlimm.

Was ich aber auch nicht verstehe, ist, dass viele Leute mich hübsch finden. Das geht mir nicht in den Kopf. Ich denke dann immer, die würden nur keine hohen Ansprüche stellen... ich würde es ihnen so gerne glauben. Echt. Aber ich brings nicht übers Herz, wieso, weiß ich nicht.

Ansonsten bin ich sehr traurig, weil ich mich zu Hause nicht mehr so geborgen fühle... ich hatte eine sehr schöne Kindheit und im Moment kommt es mir so vor, als würde daheim alles bergab gehen. Ich habe keinen, dem ich alles anvertrauen könnte und der mich auffängt wenn ich z.B. weinen muss... dann muss ich mich bei meiner Mutter dafür rechtfertigen, wieso ich das tue (wenn sie es sieht). Ich habe meine Mutter in letzter Zeit öfters auf die Probleme daheim angesprochen, z.B. dass es mich verletzt wenn meine Eltern sich anschreien und dass es mir so Leid tut, dass meine Schwester diese Essstörung hat und dass ich es zu Hause nicht mehr schön finde, obwohl das eigene Zuhause ja eigentlich ein Ort ist, wo man sich gut fühlt... Aber sie meint, im Moment wär eben alles einw enig schwierig und in der Pubertät wäre es normal, dass man das nicht so schön findet...

Ja... mein Freund findet mich auch hübsch. Aber ich denk trotzdem immer, ich wär nicht gut genug für ihn, und wenn er ne hübschere haben könnte, würde er sich die holen... Diese Gedanken sind so schlimm. Es quält mich richtig, dass ich mich so minderwertig fühle. Er gibt mir ja keinen Grund dazu. Ich habe auch Angst, ihm davon zu erzählen. Nicht, dass er mich dann doof finden würde... aber diese Krankheit ist für nicht Betroffene ja nur sehr schwer zu verstehen und es würde nichts bringen, mit ihm darüber zu reden. Aber ich hab auch Angst, auf Verständnislosigkeit zu stoßen. Ich meine, wenn ich nicht selber betroffen wäre, dann würde ich das alles auch nicht verstehn. Er wäre auch bestimmt genervt, wenn ich von ihm sozusagen Bestätigung erzwingen will.

Wie kann ich es schaffen, das alles Schritt für Schritt zu überwinden?
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Di Jan 02, 2007 5:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Miezii,

Zitat:
Mein Gesicht stört mich aber. Ich finde meine Nase nicht schön und das fliehende Kinn, dadurch wirkt mein Gesicht insgesamt irgendwie nicht schön. Ich würde nicht behaupten, dass mein Gesicht grottenhässlich ist, es gefällt mir aber nicht und ich muss es oft im Spiegel betrachten... Dieses ständige im Spiegel betrachten ist echt schlimm.


Sie müssen Ihr Kinn und Ihre Nase ja nicht schön finden. Was veranlasst Sie denn, sich immer wieder vor den Spiegel zu stellen? Was macht Ihre Nase und Ihr Kinn so wichtig bzw. wie haben Sie es geschafft, dass diese Körperteile so wichtig wurden?

Zitat:
Was ich aber auch nicht verstehe, ist, dass viele Leute mich hübsch finden. Das geht mir nicht in den Kopf. Ich denke dann immer, die würden nur keine hohen Ansprüche stellen... ich würde es ihnen so gerne glauben. Echt. Aber ich brings nicht übers Herz, wieso, weiß ich nicht.

Sie können ja folgendes Experiment mal machen (Ich hoffe Sie kennen es nicht):

Schauen Sie sich das Bild nachstehende Bild mal an und sagen Sie mir bitte, wie alt die Frau ist. Begründen Sie Ihre Antwort.



Erst wenn Sie das für sich gemacht haben, bitte ich Sie den folgenden Link anzuschauen.

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.onlinewahn.de/kipp-c.jpg&imgrefurl=http://www.onlinewahn.de/kipp-r.htm&h=350&w=248&sz=13&hl=de&start=4&tbnid=-t20RmIs-xnUrM:&tbnh=120&tbnw=85&prev=/images%3Fq%3Dalte%2BFrau%2Bjunge%2BFrau%26svnum%3D10%26hl%3Dde%26lr%3D%26sa%3DG


http://www.phildapoohbear.com/1mystico/illusion5.html

Das ganze hat was mit selektiver Informationsverarbeitung zu tun. Je nachdem wo Sie hinschauen, sehen Sie unterschiedliche Dinge. Anscheinend sehen andere Leute Ihr Gesicht anders als Sie, weil diese andere Aspekte ihres Gesichts sehen.
Sie hingegen schauen vermutlich hauptsächlich ihre Nase und Ihr Kinn an. Andere Merkmale des Gesichts blenden Sie dabei weitgehend aus, daher sehen Sie sich anders, als andere Menschen dies tun.

Zitat:
Ansonsten bin ich sehr traurig, weil ich mich zu Hause nicht mehr so geborgen fühle... ich hatte eine sehr schöne Kindheit und im Moment kommt es mir so vor, als würde daheim alles bergab gehen. Ich habe keinen, dem ich alles anvertrauen könnte und der mich auffängt wenn ich z.B. weinen muss... dann muss ich mich bei meiner Mutter dafür rechtfertigen, wieso ich das tue (wenn sie es sieht). Ich habe meine Mutter in letzter Zeit öfters auf die Probleme daheim angesprochen, z.B. dass es mich verletzt wenn meine Eltern sich anschreien und dass es mir so Leid tut, dass meine Schwester diese Essstörung hat und dass ich es zu Hause nicht mehr schön finde, obwohl das eigene Zuhause ja eigentlich ein Ort ist, wo man sich gut fühlt... Aber sie meint, im Moment wär eben alles einw enig schwierig und in der Pubertät wäre es normal, dass man das nicht so schön findet...

Fühlen Sie sich mit verantwortlich für die Streitigkeiten Ihrer Eltern?

Zitat:
Ja... mein Freund findet mich auch hübsch. Aber ich denk trotzdem immer, ich wär nicht gut genug für ihn, und wenn er ne hübschere haben könnte, würde er sich die holen... Diese Gedanken sind so schlimm. Es quält mich richtig, dass ich mich so minderwertig fühle. Er gibt mir ja keinen Grund dazu. Ich habe auch Angst, ihm davon zu erzählen. Nicht, dass er mich dann doof finden würde... aber diese Krankheit ist für nicht Betroffene ja nur sehr schwer zu verstehen und es würde nichts bringen, mit ihm darüber zu reden. Aber ich hab auch Angst, auf Verständnislosigkeit zu stoßen. Ich meine, wenn ich nicht selber betroffen wäre, dann würde ich das alles auch nicht verstehn. Er wäre auch bestimmt genervt, wenn ich von ihm sozusagen Bestätigung erzwingen will.

Ich würde ihm davon erzählen. Das stärkt die partnerschaftliche Beziehung. Wenn er Sie nicht versteht, bzw. sich nicht bemüht, Sie zu verstehen, wissen Sie ohnehin, woran Sie bei ihm sind. Es ist ja besser das bald zu erfahren, als irgendwann wenn Sie schon lange mit ihm zusammen sind.

Warum fühlen Sie sich denn genau minderwertig? Was macht Sie weniger wert?
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miezii
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Beiträge: 1042

BeitragVerfasst am: Mi Jan 03, 2007 11:48 am    Titel: Antworten mit Zitat

Keine Ahnung, warum mir mein Gesicht, besonders Nase & Kinn so wichtig sind. Was mich aber auch stört, ist meine runde Gesichtsform. Sie haben eben eine große Bedeutung für mich, weil ich hübscher wäre, wären diese Körperteile schöner.

Also, bei dem Bild hätte ich die junge, hübsche Frau gesehen, da dieses Bild meiner Meinung nach auf den ersten Blick auffällt. die alte Frau erkannte ich erst, nachdem ich das Rätsel aufgelöst habe. Ich finde diese Seiten über die verschiedenen Wahrnehmungen sehr interessant und werde mir mal Gedanken darüber machen, wieso ich mich denn hässlich sehe, wenn andere mich hübsch finden.

Für den Streit meiner Eltern fühle ich mich nicht verantwortlich. Sie streiten sich manchmal über die kleinsten Dinge, z.B. das Auto und so. Das hat ja mit mir nix zu tun. Im Moment ist die Beziehung zwischen den beiden aber besser.

Wieso ich mich minderwertig fühle, ist eine gute Frage, die ich mir noch nie wirklich gestellt habe.Ich habe schon früh angefangen, so wie andere sein zu wollen, wenn ich mich recht erinnere... vielleicht kommt es daher, dass meine Mutter mich oft eher auf meine Fehler hinweist, mir Vorwürfe etc. macht, was ich hätte besser machen sollen, als mir Bestätigung zu zeigen. Sie sagt zwar auch, ich wäre so hübsch, aber:
die Person, die einem den Boden unter den Füßen wegreißt, kann einem nicht gleichzeitig beim Aufstehen helfen...
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Anmeldungsdatum: 01.05.2005
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BeitragVerfasst am: Do Jan 04, 2007 5:59 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo miezii,

Zitat:
Keine Ahnung, warum mir mein Gesicht, besonders Nase & Kinn so wichtig sind. Was mich aber auch stört, ist meine runde Gesichtsform. Sie haben eben eine große Bedeutung für mich, weil ich hübscher wäre, wären diese Körperteile schöner.

Was für eine Bedeutung hat es für Sie hübsch zu sein? Was verbinden Sie alles mit hübsch sein?

Zitat:
Wieso ich mich minderwertig fühle, ist eine gute Frage, die ich mir noch nie wirklich gestellt habe.Ich habe schon früh angefangen, so wie andere sein zu wollen, wenn ich mich recht erinnere... vielleicht kommt es daher, dass meine Mutter mich oft eher auf meine Fehler hinweist, mir Vorwürfe etc. macht, was ich hätte besser machen sollen, als mir Bestätigung zu zeigen. Sie sagt zwar auch, ich wäre so hübsch, aber:
die Person, die einem den Boden unter den Füßen wegreißt, kann einem nicht gleichzeitig beim Aufstehen helfen...


Ihre Erklärung für Ihre Gefühl, sich minderwertig zu fühlen kann ich nachvollziehen. Wenn man immer von seiner Mutter kritisiert wird, fördert das sicherlich nicht ein gesundes Selbstwertgefühl und man fühlt sich minderwertig. Das man dann als Kind versucht, möglichst alles perfekt zu machen, um endlich die Anerkennung und das Lob von den Eltern zu bekommen, dass man sich wünscht, ist auch verständlich. Und wenn man schon kein Lob bekommt, dann kann man wenigstens durch den Perfektionismus alles so machen, dass man wenigstens weniger kritisiert wird. Wenn Sie dann positive Zuwendung von Ihrer Mutter für Ihr Aussehen bekommen, verstärkt das ja noch mal doppelt die Wichtigkeit des Aussehens. Endlich ist da ein Bereich, wo man die Anerkennung bekommt, die man gerne hätte.

Warum wollen Sie wie die anderen sein?

Viele Grüße


Stefan Brunhoeber
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miezii
alter Hase


Anmeldungsdatum: 16.08.2006
Beiträge: 1042

BeitragVerfasst am: Do Jan 04, 2007 1:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hübsche Menschen bekommen Anerkennung. Sie werden bewundert...und haben viel Erfolg beim anderen Geschlecht (gut, darüber kann ich mich jetzt eigentlich nicht beklagen).

Ja, ich weiß nicht, das mit meiner Mutter ist irgendwie ein bisschen seltsam. Sie gibt mir ja schon Bestätigung, wenn ich z.B. eine gute Note habe oder macht mir Komplimente, wenn ich weg gehe und mich schick gemacht habe. Oder auch wenn ich ein neues Bild gemalt habe, sagt sie immer wie schön das ist usw. Es ist also nicht so, dass sie mich immer fertig macht oder dass wir beide uns nicht leiden können. Aber sie sagt wirklich sehr oft, was ich HÄTTE machen KÖNNEN. Wenn ich z.B. mal bei meiner Oma schlecht gelaunt war, sagt sie hinterher jedes Mal: "Hättest ruhig mal freundlicher sein können." Und wenn ich schlecht gelaunt bin und motzig bin, sagt sie: "Mensch, machst du ein Gesicht. Kuck mal ein bisschen freundlicher... Der und der hat eben auch gesagt, dass du ganz schön motzig bist. " Was mich auch letztens ziemlich fertig gemacht hatte, war, als meine Schwester irgendwo hin gebrochen hatte (-> Esstörung) und meine Mutter es entdeckte, sagte sie: "ach gott du bist doch nicht mehr normal. Das fotografiere ich und stelle es ins Internet, damit jeder sieht, wie gestört du bist!"
Ich versuche dann immer, zu Hause die Konflikte anzusprechen und mit meiner Mutter und meiner Schwester über die Probleme zu reden und zwischen den beiden zu vermitteln weil es mir weh tut und weil ich den ganzen Krach nicht mehr will.
Und da sagte mein Vater letztens zu mir: "Du spielst dich immer ganz schön als Psychotusse auf." Das hatte mich sehr verletzt und ich lief weinend aus dem Zimmer, doch entschuldigt hat er sich nicht... Meine Eltern verstehn mich oft falsch ... Mit meinem Vater versteh ich mich ja gut aber auch er versteht mich oft falsch und unterstellt mir Dinge, die nicht stimmen, z.B. das mit der "psychotusse" Sad
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Fr Jan 05, 2007 5:56 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hübsche Menschen bekommen Anerkennung. Sie werden bewundert...und haben viel Erfolg beim anderen Geschlecht (gut, darüber kann ich mich jetzt eigentlich nicht beklagen).

Wenn Sie sich nicht über Anerkennung und Erfolg beim anderen Geschlecht beklagen können, könnte das dann im Umkehrschluss bedeuten, dass Sie hübsch sein müssen?

Zitat:
Aber sie sagt wirklich sehr oft, was ich HÄTTE machen KÖNNEN. Wenn ich z.B. mal bei meiner Oma schlecht gelaunt war, sagt sie hinterher jedes Mal: "Hättest ruhig mal freundlicher sein können." Und wenn ich schlecht gelaunt bin und motzig bin, sagt sie: "Mensch, machst du ein Gesicht. Kuck mal ein bisschen freundlicher... Der und der hat eben auch gesagt, dass du ganz schön motzig bist
.

Was genau verletzt Sie daran? Welche Ihrer Gedanken führen dazu, dass Sie das so nah an sich heranlassen?

Zitat:
" Was mich auch letztens ziemlich fertig gemacht hatte, war, als meine Schwester irgendwo hin gebrochen hatte (-> Esstörung) und meine Mutter es entdeckte, sagte sie: "ach gott du bist doch nicht mehr normal. Das fotografiere ich und stelle es ins Internet, damit jeder sieht, wie gestört du bist!"


Das finde ich auch sehr heftig. Haben Sie Ihre Mutter darauf angesprochen? Ich selber hätte glaube ich den Impuls meine Mutter entsprechend zurechtzuweisen. Ich würde Sie auffordern mal darüber nachzudenken, was ein solcher Satz bei einer anderen Person, vor allem der Tochter auslöst. Wenn Ihre Mutter nicht auf die Tragweite ihrer Bemerkung aufmerksam gemacht wird, wird die das ja immer wieder tun. Ihre Mutter sollte lernen, dass das Dinge sind, die sie nicht sagen darf.

Zitat:
Ich versuche dann immer, zu Hause die Konflikte anzusprechen und mit meiner Mutter und meiner Schwester über die Probleme zu reden und zwischen den beiden zu vermitteln weil es mir weh tut und weil ich den ganzen Krach nicht mehr will
.

Das finde ich auf der einen Seite gut. Auf der anderen Seite helfen Sie Ihrer Schwester damit nicht wirklich. Ihre Schwester muss sich selber verteidigen lernen. Wenn Sie immer die Vermittlerrolle übernehmen, kann Sie das nicht lernen und wird weiter kotzen.

Zitat:
Und da sagte mein Vater letztens zu mir: "Du spielst dich immer ganz schön als Psychotusse auf." Das hatte mich sehr verletzt und ich lief weinend aus dem Zimmer, doch entschuldigt hat er sich nicht... Meine Eltern verstehn mich oft falsch ... Mit meinem Vater versteh ich mich ja gut aber auch er versteht mich oft falsch und unterstellt mir Dinge, die nicht stimmen, z.B. das mit der "psychotusse"

Was hat Sie genau an dem Begriff Psychotusse verletzt? Man könnte es doch auch als Kompliment sehen?
Auch Ihrem Vater würde ich an Ihrer Stelle „den Kopf waschen.“ Sie könnten ihn z.B. damit konfrontieren, was denn sein Vorschlag ist, ein besseres Familienklima herzustellen. Einfach darüber wegschauen?
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miezii
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Anmeldungsdatum: 16.08.2006
Beiträge: 1042

BeitragVerfasst am: Fr Jan 05, 2007 1:23 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm, weiß nicht. An der Sache beschäftigt mich eher, WIE diese Leute mich denn sehen, dass sie mich hübsch finden. und das wiederum bringt mich dazu, mich viel mit meinem Aussehen zu beschäftigen, mich also oft vorm Spiegel zu betrachten.

Ja, daran verletzt mich eben, dass meine Mutter mich oft verbessern will. Das gibt mir das Gefühl, dass das, was ich mache, irgendwie nicht "richtig" ist. Ich lass das eben nah an mich ran weil ich ziemlich sensibel bin.

Ja, darauf habe ich meine Mutter angesprochen. Im Nachhinein tat ihr das auch sehr leid. Aber ich finde, das hätte sie sich vorher überlegen sollen. Meine Mutter ist sehr temperamentvoll und sagt manchmal im Eifer des Gefechts Dinge, deren Auswirkungen ihr erst im Nachhinein klar werden.

Der Begriff "Psychotusse" war in dem Moment ganz und gar nicht positiv gemeint. Das habe ich ja am Ton meines Vaters erkannt. Ich konnte in dem Moment aber ja nix mehr sagen weil ich weinend aus dem Zimmer gegangen bin. Mit meinem Vater rede ich ja auch eher nicht so über Probleme. Aber das ist ne gute Idee, dass ich ihn nächstes Mal damit konfrontiere.

Aber worüber ich mir Gedanken gemacht habe: Ich glaube, es ist nicht mein Aussehen, das ich hasse, sondern mein Leben. Und durch ein besseres Aussehen will ich ein schöneres Leben erzielen, da die Medien ja dieses Bild verkaufen.
Aber den ganzen Mist, ich sei so hässlich, hab ich mir schon so ins Hirn gebohrt, dass ich nur noch schwer erkenne, was mein eigentliches Problem ist. Confused
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Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Sa Jan 06, 2007 7:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ja, daran verletzt mich eben, dass meine Mutter mich oft verbessern will. Das gibt mir das Gefühl, dass das, was ich mache, irgendwie nicht "richtig" ist. Ich lass das eben nah an mich ran weil ich ziemlich sensibel bin.


Es hängt von der Bewertung der Kritik Ihrer Mutter ab, ob Sie Dinge an sich heranlassen. Was sind denn typische Gedanken, die Ihnen nach solcher Kritik durch den Kopf gehen?

Zitat:
Der Begriff "Psychotusse" war in dem Moment ganz und gar nicht positiv gemeint. Das habe ich ja am Ton meines Vaters erkannt. Ich konnte in dem Moment aber ja nix mehr sagen weil ich weinend aus dem Zimmer gegangen bin. Mit meinem Vater rede ich ja auch eher nicht so über Probleme. Aber das ist ne gute Idee, dass ich ihn nächstes Mal damit konfrontiere.

Es ist mir schon klar, dass der Begriff negativ gemeint war. Auch wenn etwas negativ gemeint ist kann man dies für sich trotzdem als positiv bewerten. Wenn Sie beispielsweise sehr stolz darauf wären, dass Sie sensibel sind und Dinge spüren, die andere Mitglieder aus Ihrer Familie wahrnehmen, könnte man dies als positiv aufnehmen. Wenn Sie beispielsweise vorhätten Psychologin zu werden, könnten Sie sich auch über diesen Vorwurf freuen, denn er würde ja zeigen, dass Ihr Vater Ihnen diese Rolle zubilligt.
Wie Sie sich fühlen hängt von Ihrem gedanklichen Umgang damit ab. Wenn Sie z.B. denken: „Du blöder unsensibler Hund. Ein bisschen Sensibilität und Einfühlungsvermögen würde Dir auch nicht schaden. Dann würde es uns allen bestimmt auch besser gehen. Einer muss ja was tun. Ich mache das wenigstens.“ würde es Ihnen vermutlich nicht so schlecht gehen, als wenn Sie denken: „Der hält mich für bekloppt und durchgeknallt. Er versteht mich nicht....“

Zitat:
Und durch ein besseres Aussehen will ich ein schöneres Leben erzielen, da die Medien ja dieses Bild verkaufen.

Glauben Sie den Medien? Medien wollen Dinge verkaufen. Werbung z.B. versucht an ein Produkt an möglichst viele positive Dinge zu knüpfen. „Wenn ich Produkt A kaufe, dann habe ich keine Pickel mehr und dann habe ich auch keine Probleme mehr einen Freund/Freundin zu finden“ „Wenn ich Produkt B kaufe und meinen Gästen anbiete, werden alle mich lieben“...

Werbung versucht bei dem Käufer ein schlechtes Gefühl zu erzeugen. Nur dann kauft er Produkte. Das schlechte Gefühl erzeugt die Werbung, indem Sie einem sagt, dass man so wie man ist nicht O.K. ist und man perfekter sein muss. Durch die Verwendung von perfekten, künstlich zurechtgemachten Menschen (z.B. über Nachbearbeitung über den Computer) werden uns Vergleichsmaßstäbe dargeboten, die kein Mensch erreichen kann. Damit fühlt man sich immer schlecht. Werbung verspricht Dinge, die sie nicht halten kann. Haben Sie schon mal jemanden gesehen, der nach dem Einsprühen mit Axe plötzlich von tausend Frauen überrannt wurde? Ich kann Ihnen sagen, ich habe es tausend Mal probiert und nicht eine einzige Frau ist angerannt gekommen. Ich habe schon hundert Mal mein Haar mit Drei-Wetter-Taft eingesprüht, mein Haar sah nach dem Fahrradfahren nie so perfekt aus wie im Fernsehen, ganz im Gegenteil.
Werbung lügt. Unternehmen wollen durch Werbung Geld machen. Sie verbinden ihr Produkt mit Dingen, die wir als positiv bewerten.
Was Sie tun können, um nicht weiter mit diesem von den Medien kreierten und zum Konsum anheizenden Schönheitsideal mitzumachen ist sich bewusst dazu entscheiden, solche Produkte nicht zu kaufen, die in Ihrer Werbung solche unerreichbar hohen Maßstäbe anlegen.

Zitat:
Aber den ganzen Mist, ich sei so hässlich, hab ich mir schon so ins Hirn gebohrt, dass ich nur noch schwer erkenne, was mein eigentliches Problem ist.


Das eigentliche Problem zu erkennen ist häufig nicht einfach. Was für Schwierigkeiten gibt es denn zur Zeit in Ihrem Leben, von denen Sie sich durch Ihr Aussehen ablenken?

Zitat:
Und durch ein besseres Aussehen will ich ein schöneres Leben erzielen, da die Medien ja dieses Bild verkaufen.

Wie sieht ein schönes Leben für Sie aus?
Was bedeutet für Sie gutes Aussehen? Was verbinden Sie alles damit?
Welche Vorteile hat es, hübsch zu sein?
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 06, 2007 3:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich würd ja gerne jetz all ihre Fragen beantworten, aber ich möchste erst mal aufschreiben, was ich im moment fühle.

So schlimm wie heute war es schon lange nicht mehr. Ich bin der Überzeugung, dass ich wirklich hässlich bin. So hässlich, wie mir mein Gesicht heute auffällt, ist es mi schon lange Zeit nicht mehr aufgefallen. Es ist so breit und sieht aus wie ein Mondgesicht. und überhaupt kann ich überhaupt nix schönes darin finden. Gleich kommt mein Freund zu mir und ich denke die ganze Zeit: "oh gott, wenn er mich so sieht." Ich hab auch voll den hass auf seine Ex, denn sie ist viel schöner als ich. Das allerschlimmste für mich wäre ja, ungeschminkt aus dem Haus zu gehen, denn dann fühl ich mich voll hässlich. Ich bin voll angespannt und habe großen Druck in mir.. In meinen Gedanken gehn mir Bilder rum, wie ich mich selber verletze, doch ich lasse es nicht zu. Wieso bin ich so hässlich.....

Ja, das mit den Medien. Ich weiß ja dass das unerreichbar ist. Und trotzdem sagt mir irgendwas in meinem dummen Hirn, dass ich so, wie ich bin, nicht richtig bin. Und das ich anders sein soll. Und dass ich so ne verdammt doofe fresse hab.
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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Beiträge: 916
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BeitragVerfasst am: So Jan 07, 2007 7:27 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ja der Meinung, dass nachdem was Sie schreiben nicht hässlich sein können. Wenn ich Ihren Freund und Ihre Freunde fragen würde, würden die mir das vermutlich bestätigen. Fakt ist, dass Sie sich hässlich fühlen und wenn Sie in den Spiegel sehen sich auch als hässlich wahrnehmen. Wie kann man sich auch im Spiegel hübsch finden, wenn es einem nicht gut geht?

Meiner Meinung nach liegt es nicht an Ihrem Aussehen, sondern an anderen dahinterliegenden Dingen. Durch die Fokussierung lenken Sie davon ab, bzw. haben die Hoffnung über ein besseres Aussehen diese Probleme in den Griff zu bekommen.

Von daher frage ich Sie nach den dahinterstehenden Problemen:
Was ist passiert, dass Sie sich gestern so hässlich empfunden haben? Gab es die letzten Tage irgend welche gravierenden Probleme oder Schwierigkeiten, mit denen Sie nicht umgehen konnten?
Wovon haben Sie sich abgelenkt?
Wovor mussten Sie sich schützen?
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miezii
alter Hase


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BeitragVerfasst am: So Jan 07, 2007 3:23 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mir fällt jetzt gerade kein Problem ein, mit dem ich in letzter Zeit nicht fertig wurde. Zumindest gibt es kein Problem, das genau an dem Tag entstanden ist bzw. mit dem ich nicht umgehen konnte. eine Sache, die mich belastete war, dass mein Freund mich angelogen hatte wegen seiner Ex. Konnte ihn jedoch nicht drauf ansprechen, da ich seine Emails gelesen hatte und nur deswegen von seiner Notlüge wusste. Und das is ja auch nicht ok. Es war keine schlimme Lüge aber trotzdem. Aber mittlerweile find ich es nicht mehr schlimm.

Heut fühl ich mich auch wieder ziemlich wohl in meiner Haut. weiß gar nicht, was gestern mit mir los war, dass ich mich so hässlich fand. Manchmal seh ich mich so ganz anders...

Wie meinen sie das, von was ich mich ablenkte?
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
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BeitragVerfasst am: Mo Jan 08, 2007 6:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Mir fällt jetzt gerade kein Problem ein, mit dem ich in letzter Zeit nicht fertig wurde. Zumindest gibt es kein Problem, das genau an dem Tag entstanden ist bzw. mit dem ich nicht umgehen konnte. eine Sache, die mich belastete war, dass mein Freund mich angelogen hatte wegen seiner Ex. Konnte ihn jedoch nicht drauf ansprechen, da ich seine Emails gelesen hatte und nur deswegen von seiner Notlüge wusste. Und das is ja auch nicht ok. Es war keine schlimme Lüge aber trotzdem. Aber mittlerweile find ich es nicht mehr schlimm.

Heut fühl ich mich auch wieder ziemlich wohl in meiner Haut. weiß gar nicht, was gestern mit mir los war, dass ich mich so hässlich fand. Manchmal seh ich mich so ganz anders...

Könnte es sein, dass es von der Lüge Ihres Freundes her kommt, dass Sie sich hässlich gefühlt haben? Und das Sie sich heute (also gestern) besser fühlen, weil Sie ihn darauf ansprechen konnten und die Lüge als nicht mehr schlimm bewerten?
Überlegen Sie mal zurück: Haben Ihre Hässlichkeitsgefühle begonnen, nachdem Sie herausbekommen haben, dass Ihr Freund Sie angelogen hat?

Zitat:
Wie meinen sie das, von was ich mich ablenkte?

Die KDS geht auf ein niedriges Selbstwertgefühl zurück. Häufig reagieren Personen mit KDS bei Auftauchen von Problemen, die sie nicht bewältigen können mit ein Zuwendung zu ihrem Aussehen. Anstelle nach Lösungsmöglichkeiten für das Problem zu suchen, versuchen sie ihr Aussehen zu verbessern um so zu einem höheren Selbstwertgefühl zu kommen, dass dann dabei Hilft das Problem zu bewältigen (Was nicht funktioniert). Indem man sich Gedanken über das Aussehen macht, lenkt man sich von der eigentlichen Problematik ab. Außerdem hat man das Gefühl, wenn man sich beispielsweise zurecht macht, dass man so etwas wie Kontrolle verspürt. Man kann scheinbar etwas bewirken. Kurzfristig gibt das ein besseres Gefühl bzw. ein weniger schlechtes Gefühl, langfristig ändert sich jedoch nichts, da die eigentlichen Probleme weitgehend ungelöst sind.
Ich glaube für einige KDS-Betroffene ist es weniger selbstwertgefährdend die Probleme ihrem Aussehen anzulasten (für das man ja im Großen und Ganzen nichts kann, da es ja vererbt wurde) als sich einzugestehen dass man nicht die Fähigkeit hat, etwas zu bewältigen (das liegt ja an einem Selbst), oder ein Scheitern an dem Problemwird als schlimmer bewertet, als es nicht zu versuchen.

Nehmen wir mal exemplarisch das Aufsuchen zwischenmenschlicher Kontakte. Wenn man Angst hat auf andere zuzugehen, weil man befürchtet, abgelehnt zu werden, kann man sich selber mit der Erklärung „Ich bin zu hässlich, als das jemand mit mir wirklich befreunden sein könnte“ davor schützen, negative Erfahrungen zu machen. So hindert man sich natürlich gleichzeitig daran, positive Erfahrungen zu machen und selber wieder herauszukommen. Aber der selbstgewählte Rückzug ist weniger selbstwertgefährdend als von anderen abgelehnt zu werden.
Lieber selbstbestimmt alleine sein als abgelehnt werden und alleine sein.
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miezii
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Anmeldungsdatum: 16.08.2006
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 13, 2007 12:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das was sie schreiben, hört sich logisch an. Und ich glaube, das trifft auch alles in irgendeiner Art und Weise auf mich zu. Ich weiß, das ich nicht total deformiert oder sonstwie aussehe. Ich denke ich sehe normal aus, aber auch nicht hübsch. In letzter Zeit sehe ich mich auch im Spiegel immer gleich, die krassen Selbstwahrnehmungs-unterschiede blieben in letzter Zeit also aus. Ich finde das ist schon ein guter Schritt. So lange hatte ich es noch nie geschafft, mich im Spiegel als "normal" zu betrachten.
Letztens kam mir aber noch so ein Gedanke, der auch zu meinem geringen Selbstbewusstsein beigetragen haben könnte:

Früher (als ich noch ein Kind war) hatten meine Schwester und ich immer mit den selben Leuten gespielt. Dabei kam es mir sehr oft so vor, dass alle meine Schwester besser leiden können, was auch in ner gewissen Art und Weise er Fall war, weil sie 2 jahre älter ist. Und wie das bei vielen kleinen Kindern nun mal ist, spielt man gerne mit den etwas älteren. Naja, und manchmal hat sich meine Schwester auch für mich geschämt und sich gegen mich gestellt... Wenn zum Beispiel jemand sagte: "Deine kleine Schwester ist aber ganz schön nervig." machte sie einen auf cool und bestätigte jedes Mal: "Ja finde ich auch...Oooh geh doch mal weg" usw. ist jetzt gar kein gutes Beispiel aber mir fällt nix konkretes ein. In der 5. Klasse konnten mich einige ihrer Mitschüler nicht leiden und deswegen sagte sie auch oft zu denen: Ja meine Schwester ist soooo dooof.
Naja ich weiß nicht... Auf jeden Fall glaube ich, dass es viele kleine Faktoren sind, die dazu beitrugen, dass mein Selbstwertgefühlt so schwach ausgeprägt ist Sad
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