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Schönheitsoperationen - der "normale" Weg?

 
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Murmel
alter Hase


Anmeldungsdatum: 19.02.2007
Beiträge: 1724

BeitragVerfasst am: Fr Aug 28, 2009 6:09 am    Titel: Schönheitsoperationen - der "normale" Weg? Antworten mit Zitat

Lieber Herr Brunhoeber,

anlässlich der Diskussionen in diesem Forum, die in den letzten Wochen stattfanden, habe ich den Eindruck, dass in zehn Jahren weit über die Hälfte der hier dauerhaft schreibenden User chirurgische Eingriffe hinter sich haben werden. Da sie mit Betroffenen gearbeitet haben und noch arbeiten, würde mich interessieren, ob es tatsächlich noch Betroffenene gibt, die von den Erklärungsansätzen, wie sie sie in ihrem Buch vorschlagen, überzeugt sind, und dann auf dieser Grundlage mit Hilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie ihren Weg gehen. Oder ist es vielmehr so, dass nach einer gewissen Zeit die Meisten beim Hautarzt oder Chirurgen vorstellig werden, dass dies den "normalen" Fall unter allen möglichen Fällen darstellt?
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Cyrano
alter Hase


Anmeldungsdatum: 03.07.2004
Beiträge: 530

BeitragVerfasst am: So Aug 30, 2009 11:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

der einseitige Therapieansatz aus dem Manual wird allerhöchstens einem Bruchteil der User "helfen" ...
Dysmorphophobie ist, wie Brunhoeber selbst zugibt, keine scharf abgegrenzte oder isoliert stehende psychische Störung ... sondern häufig nur eine von vielen in einem ganzen Kanon, die ein Betroffener mit sich herumschleppt ...
Usern, die auf geposteten Fotos an sich sehr gut aussahen, wird der Ansatz nach Brunhoeber wohl eher helfen ... als denjenigen, bei denen simple Unattraktivität, körperliche Auffälligkeiten oder Einstellungen und das damit verbundene Mobbing die eigentliche Keimzelle für diverser Psychosen darstellt.
Was mir bei Brunhoeber sauer aufstößt, ist diese, in der Psychologie nur allzuhäufig anzutreffende, 0815-Prädispositionstheorie (Annahme des Vorliegens "defizitären Bewältigungskompetenzen", die unter situativem Druck (Pubertät, ...) verstärkt zum Tragen kommen können usw.).
Das mag wieder perfekt für die "an sich Hübschen" nur "wahrnehmungsgestörten" unter uns gelten ... passt aber nicht für "Mischformen" in denen evtl. eine leichte (oder eben auch schwere) körperliche Entstellung unverhältnismäßig stark wahrgenommen wird.
Wenn ich ein psychisch gesundes und selbstbewusstes Individuum nehme, ihm das Gesicht wegbrenne ... und ihn dann 13 Jahre lang *täglichem* Mobbing und Psychoterror in der Schule und 20 Jahre sozialer und emotionaler Deprivation aussetze ... wirste am Ende einen astreinen Massenmörder haben, egal ob er eine Prädisposition besessen hat oder nicht. Er mag zwar (wie es mal so schön formuliert wurde) "Pech gehabt" haben, weil er entstellt ist ... für die Extremsituation, die all die Jahre daraufhin folgt, mache ich jedoch die Gesellschaft, übersteigerten sozialen Wettstreit und wahnhaft Asphyxia-like Oberflächlichkeit verantwortlich. Das ist dann eben nicht "Pech gehabt" sondern schlichtweg willkürlicher, asozialer Terror für den jeder in der Hölle braten sollte. *Sorry, ich schweife ab*
Kurz und knapp: für einen Bruchteil mag Brunhoeber's Weg gangbar sein, sollten jedoch Mischformen vorliegen, vielleicht eine doch vorhandene (kleine) Entstellung vorliegen, die als Keimzelle fungiert hat ... werden die meisten wohl nebenher auch den Weg zum Chirurgen finden.
_________________
"All work and no play makes Jack a dull boy."
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Darren
alter Hase


Anmeldungsdatum: 17.05.2008
Beiträge: 1823
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: So Aug 30, 2009 3:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

diese "mischformen" sind aber eher ausnahmen, jedenfalls wenn man sich die geposteten bilder der user hier ansieht. da habe ich noch keinen gesehen bei dem ich sagen würde "ok, der ist wirklich hässlich" oder "gut sieht der/die nicht aus". die bilder, die ich gesehen habe, haben hüsche oder durchschnittlich aussehende menschen gezeigt, meist ersteres.

bei solchen extrembeispielen wie einem verbrannten gesicht kann man nicht mehr von kds sprechen. was soll man sich da einbilden? auch bei weniger extremen fällen, wo wirklich klare makel erkennbar sind, kann man meiner meinung nach nicht von kds sprechen. leute, die wirklich unattraktiv sind und denen es bewusst ist, reagieren darauf auch nicht wie dysmos, sondern sie leben damit. sie kennen es nicht anders. zeige mir einen hässlichen dysmo, du wirst keinen finden.
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Dipl.-Psych. S.Brunhoeber
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.05.2005
Beiträge: 916
Wohnort: Sankt Augustin

BeitragVerfasst am: Di Sep 01, 2009 12:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Murmel,

ich bin auch erstaunt, wie wenige den Weg über eine Therapie wählen. Die meisten haben einfach Zweifel daran, ob ein Psychotherapeut das Problem mit dem Aussehen wegreden kann. Grund hierfür ist meines Erachtens die verzerrte Wahrnehmung der Betroffenen, wenn sie in den Spiegel schauen. Sie selber sehen im Spiegel eben etwas anderes als ihre Umwelt. Das wird ja auch bei den hier geposteten Bildern deutlich. Die Schwierigkeit besteht aber darin es zu glauben, dass andere etwas anderes sehen als man selber. Bei Anorexie ist das ja ähnlich. Im Spiegel sehen die eine übergewichtige/normalgewichtige FRaue/Mann, obwohl sie selber extrem dünn sind. Die haben es im Vergleich zur KDS noch etwas leichter, da sie ja an obektiven Dingen wie Hosengröße sehen, dass sie dünn sein müssen, sehen können die es im Spiegel aber nicht.

Das Problem bei der KDS-Behandlung ist aber auch immer, dass sich mit jedem weiter verstreichenden Jahr bei der KDS zusätzliche Probleme einstellen, die eine KDS dann schwieriger zu behandlen macht. Ich kann nur von meinen Erfahrungen sagen: 63% aller Personen die mit KDS in die Klinik kamen, erfüllten am Ende nicht mehr die KDS-Kriterien. Durch meine bisherige Nachuntersuchung war auch in einem Zeitraum von 6-9 Monaten bei rund 80% dieser Zustand. Nur 9% zeigten keine Symptomverbesserung, die restlichen besserten sich vor allem im Ausmaß der Beschäftigung mit ihrem Aussehen. Für einen stationären Aufenthalt von durchschnittlich von 8 Wochen finde ich die Ergebnisse schon ganz gut, durch eine entsperchende ambulante Therapie wäre sicherlich noch mehr zu erzielen.

Ich habe mehrere Patienten behandelt, die sehr unsicher waren, ob sie sich operien lassen sollten oder nicht. Die meisten davon haben am Ende der Behandlung gesagt das sie nun keine Notwenodgkeit mehr dafür sehen. Ich habe auch Patienten mit objektiven Maklen behandelt, wie z.B. Spastiken. Auch die haben heute kein Problem mehr mit ihrem Körper.

Viele Grüße

Stefan Brunhoeber
_________________
There is only one way of life
and that´s your own.
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nicky20
alter Hase


Anmeldungsdatum: 14.09.2006
Beiträge: 1213

BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2009 2:10 am    Titel: Antworten mit Zitat

Schönheitsoperationen - der normale Weg?

Guter Titel. Vllt kommts drauf an, auf welcher Grundlage man sich operieren lässt?

a) jemand hat KDS und das Problem besteht nur darin, dass er glaubt, nicht genug gut auszusehen

b) jemand hat veränderbare starke Makel (natürlich ist es Ansichtssache, ob das ein Problem darstellt), und leidet darunter. Diese Person kann dann versuchen die Makel zu akzeptieren und das klappt wohl bei sehr vielen...
aber ich bin überzeugt, dass es auch Personen mit starken Makeln gibt, die in erlernter Hilflosigkeit stecken und einfach sich nicht fähig fühlen, das Problem zu lösen... dann wäre es doch eher ein Symptom von erlernter Hilflosigkeit, wenn diese Person unter dem Makel leidet und es weder akzeptieren kann, noch sich zutraut es zu verändern. Normal wäre ja, dass man den starken Makel entweder nach einiger Zeit mal akzeptiert kann oder ihn verändert. 20 Jahre unter einem veränderbaren starken Makel zu leiden, ihn nicht akzeptieren können, ihn aber auch nicht trauen zu verändern, wäre dann eher hilflos und evtl. gar Symptom einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung?
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